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Archiv der Kategorie: textinette privat

Die Spieluhr

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Vor dreieinhalb Jahren starb meine Mama an Eierstockkrebs. Zwischen der Diagnose und ihrem Tod lagen nur zehn Wochen und vier Tage.

Als sie ihre Eltern ein letztes Mal besuchte, kurz vor ihrer zweiten (großen) Operation, saß sie in der Küche ihrer Mutter, also meiner Oma, und weinte. Sie bat mich, im Wohnzimmerschrank nach einer ganz bestimmten Spieluhr zu suchen. Eine Tante hatte sie ihr einst geschenkt. Die Spieluhr zeigte eine Madonna und vor ihr knieend, die Hl. Bernadette. Wenn man sie aufzog, spielte sie das bekannte „Lourdes-Lied“.

Ich fand sie nicht gleich, was meine Mama ziemlich zur Verzweiflung brachte und ich spürte, dass ihr diese Spieluhr sehr wichtig war. Ich suchte und suchte. Als ich sie endlich gefunden hatte, zog meine Mutter sie zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder auf und ihr liefen Tränen über die Wangen, als die Melodie erklang.

Im Laufe der nächsten Tage wurde die Spieluhr zum festen Begleiter für sie und ich merkte, wie sie meiner Mama Trost gab.

Als sie, nur ein paar Wochen später, zum Sterben auf die Palliativstation kam, brachten wir ihr die Spieluhr mit. Sie stand auch hier wieder an ihrem Bett.

In ihren letzten Stunden zog ich die Spieluhr immer wieder für sie auf und die Melodie begleitete meine Mama auf ihrer Reise zu den Sternen.

Neben ein paar anderen, ebenfalls sehr persönlichen Dingen, legten wir ihr die Spieluhr in den Sarg. Es erschien mir wichtig, dass meine Mama gerade sie „mitnehmen“ durfte.

Heute habe ich mir selbst ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk gemacht. Auf ebay habe ich es entdeckt – exakt das Pendant zu Mamas Spieluhr. Und auch meine spielt diese unvergleichliche Melodie. Das Päckchen kam heute an und ich weiß, ich werde diese Spieluhr hüten wie einen Schatz…

Ich hab dich lieb, Mühmel. Für immer und immer….

 

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Zum Geburtstag

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Mein lieber, großer Moritz!

Ich weiß, Geburtstagsglückwünsche an den eigenen Sohn gehören eigentlich nicht ins Netz, sondern ganz privat auf eine Glückwunschkarte. Zuhause. Zum still Lesen und sich daran erfreuen.

Heute aber ist ein ganz besonderer Geburtstag für Dich, und so möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich ganz öffentlich (und deshalb nicht weniger von Herzen) bei Dir zu bedanken, und Dir zu gratulieren.

Warum ist dieser Geburtstag etwas Besonderes? Nun, erstens hast Du nur ein Mal in Deinem Leben am 12.12.12 Geburtstag, und zweitens (und das ist weitaus wichtiger) ist es der erste Geburtstag, den Du nicht mehr mit Deiner Oma feiern kannst.

Ich weiß, dass Du neben allem anderen heute auch traurig sein wirst und die Oma vermissen wirst, schließlich war sie Dein ganzes Leben lang Deine zweite Bezugsperson neben mir. Ich bin mir sehr sicher, mein lieber Mo, dass Oma Christine heute ganz fest an Deiner Seite sein wird.  Auch, wenn (oder gerade weil) sie nicht mehr mit dabei sein kann.

Moritz, ich möchte, dass Du eines weißt: Ich bin sehr, sehr stolz auf Dich! Du bist heute 15 Jahre alt geworden, und doch musst Du so oft wie ein Erwachsener agieren und reagieren, weil es für unsere kleine Familie im Moment nicht leicht ist. Ich danke Dir von ganzem Herzen, dass Du alle derzeitigen Schwierigkeiten erträgst und mit trägst, und ich wünsche Dir für das neue Lebensjahr, dass vieles wieder leichter und einfacher wird für Dich!

Danke auch dafür, dass Du immer und jederzeit für Deine kleine Schwester da bist, wirklich alles für sie tust, ihr ein ganz liebevoller, toller großer Bruder bist. Das ist in Deinem Alter alles andere als selbstverständlich, und mir geht das Herz auf, wenn ich Dich so mit ihr umgehen sehe.

Zum Schluss wünsche ich mir noch für Dich, dass Du auf Deinem Weg bleibst, Dir selbst treu bleibst – auch, wenn Du dafür so manches Mal belächelt wirst, gehänselt wirst von Klassenkameraden und Altersgenossen. Weißt Du, sie wissen einfach nicht wie es ist… Du bist ein so starker, empathischer und sozialer junger Mann – ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dir das bewahren kannst. Trotz allem…

Mein lieber Moritz – alles, alles Gute zu Deinem Geburtstag!

Ich hab‘ Dich ganz arg lieb!

Deine Mama

 

 
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Verfasst von - Dezember 12, 2012 in textinette privat

 

Von der Gesetzesmäßigkeit, sich immer zwei Mal im Leben zu treffen

„Man trifft sich immer zwei Mal im Leben“ – „Was gut ist, kommt wieder“… , sicher kennen Sie alle diese (mehr oder weniger) schlauen Sprüche. Aber: Ist da auch was dran? Oder sind solche Sätze ehr als Trost gedacht, um einen Abschied, eine Trennung besser verschmerzen zu können?

Ich habe gestern Abend lange über diese Frage nachgedacht. Warum? Ich erzähle es Ihnen:

Es gab einmal eine Frau in meinem Leben, mit der ich alles teilen konnte: Freude, Leid, Schmerz, Tränen, Albernheiten, Ernstes, Streits, Versöhnungen.. nun ja – Sie werden sicher wissen, was ich meine. Ursprünglich „nur“ Arbeitskolleginnen (die unterschiedlicher nicht hätten sein können, und sich doch in so vielem so „furchtbar“ ähnlich waren), wurden wir das, was man wohl gemeinhin „beste Freundinnen“ nennt. Ich werde Sie hier sicher nicht mit Details langweilen, aber wir haben annähernd alles gemeinsam durchgestanden. Und das auf eine Art und Weise, die jeder Beschreibung spottet. Es war eine lustige, intensive, aber auch schmerzhafte, ernste Zeit, die ich niemals mehr missen möchte.

Wie das aber so ist im Leben – jede von uns hat sich auf unterschiedliche Weise weiterentwickelt, neue Lebensphilosophien für sich entdeckt, welche die jeweils andere nicht oder nur bedingt teilen konnte oder wollte. Es ging schlichtweg in verschiedene Richtungen für uns beide, wir hatten uns „auseinandergelebt“. Handynummern verloren ihre Gültigkeit, E-Mail-Adressen waren nicht mehr erreichbar, Adressen änderten sich. Auf beiden Seiten.
Und so trennten sich unsere Wege für viele Jahre. Einfach so. Ohne Missgunst, ohne Streit, ohne Vorwürfe oder Bitterkeit. Es war einfach so. Soll ja vorkommen..

Gestern Abend dann suchte ich im Internet nach guter Literatur zum Thema „Baby“ und „Schlafen“, und bin auf eine kleine Seite gestoßen (mit ebenso kleinem Onlineshop), und ob Sie es glauben oder nicht, noch bevor ich das Fenster „Über uns“ öffnete, „wusste“ ich einfach, WER die Betreiberin dieser Seite ist…
Ich schrieb ihr in ihr Gästebuch, schrieb ihr, dass ich mich sehr freue, sie so wiedergefunden zu haben, und dass das, was sie da jetzt tut, sehr gut zu ihr passt. Die Antwort auf meinen Gästebucheintrag hatte ich heute Morgen in meinem E-Mail-Postfach (und hat mir sofort ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, war sie doch so typisch für die „verlorene Freundin“): „Na, das wird ja auch mal langsam Zeit! Ich dachte, ich höre gar nix mehr von Dir!!!“

Ich weiß, dass das, was jetzt kommt, ganz sicher keine Neuauflage einer alten, engen Freundschaft werden wird (Auch so eine Gesetzesmäßigkeit). Aber ich habe jetzt eine Mailadresse. Und ich freue mich. Auf was auch immer da nun kommen mag..

„Und ein Wiedersehen, sei es nach Augenblicken, sei es nach Lebenszeiten, ist denen gewiss, die Freunde sind.“ Richard Bach

 
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Verfasst von - Juli 7, 2011 in textinette privat

 

Meine beste Freundin

Ich schreibe heute etwas nieder, was mich schon wochenlang beschäftigt. Im besten Sinne beschäftigt. Es geht um das Thema „Freundschaft“. Ich bin ja ehr der Typ, der mit dem Wort „Freund“ oder „Freundin“ sehr bedächtig und vorsichtig umgeht. Wohl, weil ich der Meinung bin, echte Freunde hat und braucht es nur sehr wenige im Leben. Sicher, ich habe viele gute Bekannte, auch sehr, sehr lieb gewonnene Bekannte. Hier im Ort, aber auch überall in Deutschland bzw. in Deutschland und der Schweiz verstreut. Im Reallife ebenso, wie „virtuell“. Die richtigen, echten Freunde kann ich an einer Hand abzählen. In diesem Zusammenhang habe ich mich wochenlang gefragt, habe ich denn auch eine „beste Freundin“, einen „besten Freund“? Ja. Habe ich. Ich habe tatsächlich eine „beste Freundin“. Kennengelernt haben wir uns vor über zwei Jahren in einem Forum. Leider wohnen wir sehr weit voneinander weg (ca. 500km), haben beide Kinder, sind deshalb nicht so ganz spontan und mobil. Was wohl einer der Gründe ist, warum wir uns noch niemals „live“ gesehen haben. Und trotzdem: Wir kennen unser beider Leben gegenseitig von ganz vielen Bildern. Und von Telefonaten, die – zusammengenommen – sicherlich Monate gedauert haben. Nächtelang. Tagelang. Intensiv, tiefgehend, freundschaftlich, verstehend. So viel wie sie weiß niemand von mir. Wirklich niemand. Und – und das kommt noch hinzu – unsere Freundschaft hat sogar (und ob der Tatsache, dass wir uns noch nie gesehen haben, ist das um so bezeichnender) einen ganz furchtbaren Streit überlebt. Einen Streit, den ich vom Zaun gebrochen habe. Wohl aus Eifersucht auf etwas, was ich nicht hatte. Und ich habe sie damit sehr verletzt, sie mehr oder weniger im Stich gelassen. Nach Wochen des gegenseitigen „Fertigmachens“ herrschte deshalb fast ein Vierteljahr Funkstille. Weil wir beide traurig, enttäuscht, wütend und verletzt waren. Aber: Unsere Freundschaft hat gehalten, wir konnten wieder aufeinander zugehen. Etwas, was manchmal selbst wenn man sich „Face-to-Face“ kennt, gar nicht so selbstverständlich ist. Und darauf bin ich sehr, sehr stolz. Und ich weiß: Wir haben das geschafft, also kann diese Verbindung nichts mehr so leicht erschüttern.
2011 – das haben wir uns fest vorgenommen, wollen wir uns endlich einmal treffen! Das ist längst überfällig, und macht diese Freundschaft sicher erst so richtig „komplett“ 😉
Sie ist immer für mich da, meine beste Freundin – genauso wie umgekehrt. Geben und Nehmen halten sich wunderbar die Waage, jede nimmt die jeweils andere ernst mit ihren Sorgen und Nöten. Aber auch Glück sollte geteilt werden und wird auch geteilt! So eine Freundschaft ist wirklich etwas ganz besonderes. Danke, Coco! ♥

 
 

Ich kam, sah – und liebte.. Erster Teil

Heute vor genau einem Jahr habe ich ihn zum ersten Mal gesehen: „Meinen“ See in „meinem“ Luzern. Wieso und warum das so war, dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Heute jedenfalls bin ich einfach nur traurig. Traurig, dass sich Hoffnungen nicht erfüllt haben, Gefühle nicht erwidert wurden und Sehnsüchte nicht gestillt wurden. Und traurig deshalb, weil man manchmal einfach lernen muss, dass das Leben kein „Disneyland“ ist.

 
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Verfasst von - Oktober 24, 2010 in textinette privat

 

Mach’s gut, Erich..

Es ist immer noch wie ein Schock. Von Freitag auf Samstag Nacht ist er zu den Sternen gereist, mein Musikerkollege und Sitznachbar Erich.
Ich erinnere mich noch genau, als er das erste Mal zur Probe zu uns Maidbronner Musikanten kam. Zusammen mit seinem Freund Jockl kamen sie ab dato jeden Donnerstag aus Kürnach zu uns „rüber“ gefahren. Als beim ersten Mal die Tür aufging, und die beiden herein kamen, weiß ich noch ganz genau, wie ich die Nase gerümpft habe, weil Erich einen Dunst aus Zigarettenrauch und abgestandenem Bier verströmt hat. „Ihhh, den mag ich nicht“, war das Erste, was ich gedacht habe. Dementsprechend reserviert reagierte ich auch die ersten ein, zwei Male, die er mich ansprach, den Kontakt zu mir suchte. Und was soll ich sagen? Es tut mir heute noch leid. Denn eines habe ich dann doch ganz schnell erkannt: Erich war der ehrlichste, anständigste und aufrichtigste Kerl, den ich kenne. Er konnte gar nicht anders. In all‘ den Jahren habe ich Erich so gut wie nie grantig oder genervt erlebt. Eigentlich hatte er immer ein Lächeln auf den Lippen. Wurde er von seinen Kollegen auf den Arm genommen, nahm er es selten krumm. Im Gegenteil. Erich hat meistens am lautesten gelacht..

Von unseren „Startschwierigkeiten“ einmal abgesehen, war unser Verhältnis zueinander sehr einfach zu umschreiben: Erich mochte mich, und ich mochte ihn auch, den Erich. Das ging sogar soweit, dass wir unserem „oberen Management“ vor Jahren einmal eine (nicht ganz ernst zu nehmende) „Petition“ vorgelegt haben, aus der hervorging, dass wir ab sofort IMMER nebeneinander sitzen mögen. Auch bei Auftritten. Nicht nur in der Probe. Und da unserem Wunsch, wann immer es ging, Rechnung getragen wurde, waren wir fast jahrzehntelang „Nachbarn“. So eine „Nachbarschaft“ brachte es natürlich auch mit sich, dass wir nicht nur einige richtig gute Parties zusammen gefeiert haben, nicht nur gegenseitig die Lieblings- und die „Hass“-Stücke kannten, nicht nur unzählige Male richtig gute Musik gemacht haben zusammen, sondern dass wir auch, über die Jahre hinweg, ein wenig die Sorgen und Probleme des jeweils anderen kennengelernt haben. Erich war einer der wenigen in dem ganzen „Haufen“, der auf seine Frage: „Na, Susanne – wie geht’s?“ auch eine (ehrliche) Antwort abgewartet hat. Und umgekehrt. Er war kein Mann der großen Worte, war weder total belesen, noch studiert. Aber er war authentisch, ehrlich, echt.
Wenn ich ein wenig den Kopf hebe, fällt mein Blick auf meinen Sessel im Wohnzimmer, den Erich damals, bei meinem Umzug höchstpersönlich (und ohne Anleitung *gg*) zusammengeschraubt hat. Auch bei solchen Dingen nämlich, konnte man auf Erich jederzeit zählen.

Bedingt durch meine Babypause, haben wir dieses Jahr keinen einzigen Auftritt zusammen gespielt. Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, Erich war gerade auf dem Weg zur Probe, haben wir uns verabredet. Auf ein gutes, leckeres „Andechser Dunkel“, welches wir nächstes Jahr beim „Rimparer Theatersommer“ wieder miteinander trinken wollten, wenn wir wieder zusammen Musik machen würden. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass daraus nichts mehr werden wird..

Mein tiefes Mitgefühl gilt natürlich auch seiner (ebenso netten) Frau Christa, und ihrer Tochter Sabrina. Ich glaube nicht, dass man sich als Außenstehender vorstellen kann, was die Beiden nun durchmachen müssen. Ich hoffe so sehr, dass für seine Familie möglichst bald wieder ein klein wenig die Sonne scheinen wird.

Und „unser’m“ Erich – dem wünsche ich von ganzem Herzen eine gute Reise. Mach’s gut, Erich…

 
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Verfasst von - August 9, 2010 in textinette privat

 

Luzern, ich kooooooooooommme :-)

Es sieht ganz so aus, als würde aus meiner geplanten Stipvisite in meine Lieblingsstadt ein Event auf ganzer Linie! 🙂
Zuerst habe ich gestern das „Okay“ (und fast schon den „Befehl“, mich abzulenken und mir was Gutes zu tun, so lange Reisen noch nicht zu anstrengend und gefährlich wird) von meiner Ärztin bekommen, und jetzt hatten zwei ganz liebe Mit-Twitterer auch noch eine „Riiiiiiiiiiiiiiiiiiesen“-Idee *strahl*.
Merci vielmal @bireweich und @Trine_Mandarine!
Ach so, wollt Ihr wissen, was? Na, dann klickt mal:

http://twtvite.com/migolu/1