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Archiv der Kategorie: textinette liest…

textinette liest… „Ein plötzlicher Todesfall“ von J. K. Rowling

Eigentlich wollte ich das nicht lesen. Völlig voreingenommen dachte ich, dass nach Harry Potter nichts mehr kommen kann. Dass ich mir das Buch dann doch gekauft, und seit gestern auch fertig gelesen habe, lag einzig und alleine an meiner unbändigen Neugierde. Wie schreibt eine Rowling, wenn es einmal NICHT um den berühmt-berüchtigten Zauberer geht?

Der Rest ist schnell erzählt: Gewohnt gekonnt und stilsicher (aber ohne nennenswerte stilistische Überraschungen) laviert sich Rowling durch ihren 575 Seiten starken Roman. Trotz diverser politischer Verwicklungen liest sich das Werk leicht und flüssig. Einzig das Voyeurmoment hat mich bis zum Ende durchhalten lassen. Ich wollte einfach wissen, wie es bei den verschiedenen Familien und Personen der Handlung weitergeht. Allerdings in der Hoffnung, dass nicht alles so vorhersehbar sein würde, wie befürchtet (und nach weiterem Lesen auch bestätigt).

Alleine das Ende hat überrascht (und auch schockiert).

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. „Ein plötzlicher Todesfall“ von J. K. Rowling ist sicher kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen werde.

 

…Erich Fried

VORÜBUNGEN FÜR EIN WUNDER

Vor dem leeren Baugrund
mit geschlossenen Augen warten
bis das alte Haus
wieder dasteht und offen ist

Die stillstehende Uhr
so lange ansehen
bis der Sekundenzeiger
sich wieder bewegt

An dich denken
bis die Liebe
zu dir
wieder glücklich sein darf

Das Wiedererwecken
von Toten
ist dann
ganz einfach

– Erich Fried –

 
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Verfasst von - Dezember 29, 2009 in textinette liest...

 

textinette liest…Sarah Kuttner’s „Mängelexemplar“

Ich gebe es zu. Ich habe mich sehr lange Zeit davor gedrückt, dieses Buch – welches ja eine ganz schön lange Zeit in aller Munde war – zu lesen. Nicht, weil ich mich mit dem Thema an sich nicht beschäftigen wollte, sondern weil ich gererell nicht  so gerne Bücher lese, die gerade „in“ sind, nur weil ich dann vielleicht „dazugehöre“ und „mitreden“ kann. Ich stöbere lieber stundenlang in den Untiefen der Buchhandlungsregale, um dann ein Buch (na gut, meistens mehrere Bücher) zu finden, das mir auch wirklich gefällt und das ich lesen will, weil ich es lesen möchte. Und nicht, weil es gerade auf irgendeiner Bestsellerliste steht und selbst Frau Huber von nebenan sich in der Straßenbahn lautstark darüber unterhält. Bestsellerlisten sind mir meistens ehr egal und spielen dementsprechend bei meiner Buchwahl eine ehr untergeordnete Rolle, dienen nur gelegentlich der Inspiration.

Ach ja, und ich mag keine Bücher, die so „hipp“ sind, dass sie sogar von Menschen gelesen werden, die sonst niemals ein Buch in die Hand nehmen würden. Klingt arrogant, ist aber so. Und eben genau so ein Buch ist „Mängelexemplar“ in meinen Augen. Nicht gerade eine Ermutigung für mich, hier auch nur eine Seite umzublättern. Eigentlich.

Dank unserer örtlichen Bücherei habe ich mir besagtes „Mängelexemplar“ nun doch einmal ausgeliehen. Und es fast so ungern in die Hand genommen, wie neulich beim Hugendubel Charlotte Roche’s Buch „Feuchtgebiete“ (das ich mich übrigens immer noch nicht überwinden konnte, zu lesen). Aber ich hab mich tapfer geschlagen und bin derzeit immerhin schon bei Seite 39 angelangt. Vorweg:  Von Angststörungen, Panikattacken und Depressionen scheint sie wirklich etwas zu verstehen. Angeblich ja nur, weil sie dies in ihrem Bekanntenkreis beobachten konnte. Was nicht sehr glaubhaft scheint, wenn man sich die Tiefe der diesbezüglichen Aussagen in ihrem Buch einmal näher anschaut. Sachlich also einwandfrei und – egal, wie dieses „Wissen“ erworben wurde – glaubhaft. Einmal während dieser 39 Seiten musste ich laut auflachen. Aber das war es dann wohl schon. Kuttner ist mir zu laut, zu hektisch, zu plakativ, zu „hype“, zu „mainstream“, zu gezwungen „witzig“. Aber vielleicht bin ich einfach nur altmodisch?

Und ja, ich werde es zu Ende lesen. Aber es wird kein Buch sein, dass mir allzu lange in Erinnerung bleiben wird. Durchgefallen, Frau Kuttner.

 
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Verfasst von - September 6, 2009 in textinette liest...

 

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