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Archiv für den Monat Dezember 2012

textinette’s Weihnachtsgrüße

DCF 1.0

Du kannst darüber weinen,
dass sie gegangen ist,
oder du kannst lächeln,
weil sie gelebt hat.
Du kannst deine Augen schließen
und beten, dass sie wieder kommt,
oder du kannst sie öffnen und sehen,
was sie zurückgelassen hat.
Dein Herz kann leer sein,
weil du sie nicht sehen kannst,
oder es kann voll der Liebe sein,
die sie für dich und andere hatte.
Du kannst sie im Herzen tragen,
und sie in dir weiterleben lassen.
Du kannst weinen und ganz leer sein,
oder du kannst tun, was sie von dir wollte,
dass du lächelst, deine Augen öffnest,
Liebe gibst und weitergehst.

(Unbekannt)

Und genau das versuchen wir. Besonders jetzt, an Weihnachten…

Allen meinen Freunden, Bekannten und treuen Lesern wünsche ich von Herzen ein friedvolles, frohes Weihnachtsfest mit vielen behaglichen Stunden voller Wärme!

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Verfasst von - Dezember 23, 2012 in Uncategorized

 

Die Aufbewahrungsbox.. Oder: Gib‘ nicht auf

2012-12-16 09.38.03

Als meine Mama gerade erst ein paar Tage gestorben war, träumte ich während einer der vielen schlafarmen Nächte von Uli. Uli und ich haben uns einmal sehr geliebt, und was von dieser Liebe übrig blieb – vor allen Dingen Liebesbriefe und mühselig auf dem PC abgetippte SMS – passt in eine mittelgroße Aufbewahrungsbox, deren Inhalt ich seit zehn Jahren nicht mehr angerührt habe. Außer, dass ich Kindergartengemälde meines Sohnes, Glückwunschkarten und ähnliche Dinge, einfach obenauf packte. Die Bekundungen dieser oben beschriebenen, einstigen Liebe sanken also auf den Grund der Box, und ich verschwendete eigentlich nie mehr einen Gedanken daran.

Als ich am Morgen nach meinem Uli-Traum erwachte, wunderte ich mich ein paar Sekunden lang darüber, warum ich ausgerechnet jetzt und vor allen Dingen nach so vielen Jahren von ihm geträumt habe, damit aber war das Thema für mich abgehakt.
Bis ich am nächsten Morgen feststellte, dass ich den gleichen Traum der vergangenen Nacht in dieser Nacht wieder gehabt hatte. Nun war ich schon etwas verwunderter und die Gedanken kreisten über den Tag verteilt immer einmal wieder um diese zwei Nächte, in denen ich nach Jahren der Trennung von ihm geträumt hatte.

Als ich – wieder einen Morgen später – mit dem gleichen Traum erwachte, war mir irgendwie mulmig zumute.
Und ich fand, dass es Zeit war, diese jahrelang unberührte Kiste aus dem Regal zu ziehen und die stummen Zeugen dieser Zuneigung zwischen Uli und mir einmal wieder in Augenschein zu nehmen.

So saß ich dann, zwischen viel DIN-A-4 Papier, unzähligen Liebesbriefen und den oben erwähnten anderen Kostbarkeiten und las mich durch so manchen Brief, lächelte über so manches wildes Gekritzel meines damals noch kleinen Sohnes, und wollte die Kiste schon wieder wegpacken (ohne zu irgendeiner Erkenntnis gelangt zu sein, warum ich jetzt die dritte Nacht in Folge von Uli geträumt hatte), als ein Briefkuvert mit der Schrift meiner Mutter aus den unzähligen Briefbögen fiel.
Beschriftet war er nur mit „Für Susie“.

Im Kuvert steckte ein Brief, in dem mir meine Mutter 2009 für meinen beruflichen Wiedereinstieg nach längerer Erkrankung auf ihre liebevolle Art Glück gewünscht hat. Und ein Gedicht. Ein Gedicht, dem ich damals (2009) noch keine große Bedeutung beimaß, das mich aber jetzt sehr tief berührte.

Plötzlich WUSSTE ich, warum ich drei Nächte in Folge von Uli geträumt hatte! Ich SOLLTE in diese Kiste schauen, und ich SOLLTE diesen Brief finden.
Ja, ich weiß, die Kritiker unter Ihnen werden jetzt denken, dass man sich in der ersten, akuten Trauerphase gerne mal etwas „zusammenfantasiert“, schön redet, „einbildet“, damit der Schmerz nicht so übermächtig ist. Bitte sehr, es steht jedem Leser frei, sich darüber eine Meinung zu bilden, ich aber bin davon ÜBERZEUGT, dass ich diesen Brief und v.a. dieses Gedicht habe finden SOLLEN. Und zwar genau zu diesem Zeitpunkt.

Es hängt jetzt, wie auf dem Foto oben vielleicht ein wenig zu erkennen, im Original an meiner Pinnwand über meinem Schreibtisch. Dort sitze ich oft am Tag und nicht selten laufen mir die Tränen die Wangen hinunter.
Und immer dann, wenn ich denke, dass alles über mich hereinbricht, fällt mein Blick auf diese Zeilen, und ich weiß es jedes Mal wieder neu:

Das ist das Vermächtnis meiner Mama….Und sie hat mir dieses Gedicht genau zum richtigen Zeitpunkt „geschickt“:

Gib nicht auf

Wenn etwas nicht klappt, was manchmal passiert

wenn der Weg den du gehst, nur bergab zu führen scheint,

wenn du wenig Geld, aber viele Schulden hast

und du gern lächeln würdest, aber seufzen musst,

wenn die Fürsorge für andere dich niederdrückt,

dann ruh dich aus, wenn du musst, aber gib nicht auf.

Das Leben kann seltsame Wendungen nehmen,

wie jeder von uns zuweilen erfährt

und mancher Misserfolg wandelt sich

und wird zum Erfolg, wenn du weitermachst,

deshalb gib selbst bei langsamen Fortschritten nicht auf

denn schon beim nächsten Schritt kann’s dir gelingen.

Oft ist das Ziel näher,

als der Schwache, Zaudernde glaubt,

oft gibt der Kämpfer auf,

obwohl er den Sieg hätte erringen können.

Und wenn es dann Nacht ist, begreift er zu spät,

wie nah er der goldenen Krone war.

Erfolg ist die Kehrseite des Misserfolgs –

der Silberstreifen hinter den Wolken des Zweifels –

und du weißt nie, wie nah du ihm bist,

vielleicht kannst du ihn greifen  und meinst,

er wäre weit weg;

Wenn es dich also am schwersten trifft

und alles ganz entsetzlich erscheint,

dann halte durch – und gib nicht auf.

(Unbekannt)

Bei den letzten drei Zeilen – wann immer ich sie lese, oder sie mir leise vorsage – ist es fast so, als würde meine Mama sie mir vorlesen.

Es ist mir egal, was Außenstehende über meine kleine Geschichte hier denken:
Für mich steht fest, dass mir meine Mama dieses Gedicht quasi ein zweites Mal geschenkt hat. Und ich wünsche vor allen Dingen meiner Familie, meinem Sohn, meinem Vater, dass sie durch irgendetwas, was Mama hinterlassen hat, ähnlich gestärkt, ein wenig beruhigt und getröstet werden, und dass sie immer wieder ein Stückchen neuen Mut bekommen.

 
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Verfasst von - Dezember 19, 2012 in Uncategorized

 

Zum Geburtstag

2012-05-02 19.49.57

Mein lieber, großer Moritz!

Ich weiß, Geburtstagsglückwünsche an den eigenen Sohn gehören eigentlich nicht ins Netz, sondern ganz privat auf eine Glückwunschkarte. Zuhause. Zum still Lesen und sich daran erfreuen.

Heute aber ist ein ganz besonderer Geburtstag für Dich, und so möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich ganz öffentlich (und deshalb nicht weniger von Herzen) bei Dir zu bedanken, und Dir zu gratulieren.

Warum ist dieser Geburtstag etwas Besonderes? Nun, erstens hast Du nur ein Mal in Deinem Leben am 12.12.12 Geburtstag, und zweitens (und das ist weitaus wichtiger) ist es der erste Geburtstag, den Du nicht mehr mit Deiner Oma feiern kannst.

Ich weiß, dass Du neben allem anderen heute auch traurig sein wirst und die Oma vermissen wirst, schließlich war sie Dein ganzes Leben lang Deine zweite Bezugsperson neben mir. Ich bin mir sehr sicher, mein lieber Mo, dass Oma Christine heute ganz fest an Deiner Seite sein wird.  Auch, wenn (oder gerade weil) sie nicht mehr mit dabei sein kann.

Moritz, ich möchte, dass Du eines weißt: Ich bin sehr, sehr stolz auf Dich! Du bist heute 15 Jahre alt geworden, und doch musst Du so oft wie ein Erwachsener agieren und reagieren, weil es für unsere kleine Familie im Moment nicht leicht ist. Ich danke Dir von ganzem Herzen, dass Du alle derzeitigen Schwierigkeiten erträgst und mit trägst, und ich wünsche Dir für das neue Lebensjahr, dass vieles wieder leichter und einfacher wird für Dich!

Danke auch dafür, dass Du immer und jederzeit für Deine kleine Schwester da bist, wirklich alles für sie tust, ihr ein ganz liebevoller, toller großer Bruder bist. Das ist in Deinem Alter alles andere als selbstverständlich, und mir geht das Herz auf, wenn ich Dich so mit ihr umgehen sehe.

Zum Schluss wünsche ich mir noch für Dich, dass Du auf Deinem Weg bleibst, Dir selbst treu bleibst – auch, wenn Du dafür so manches Mal belächelt wirst, gehänselt wirst von Klassenkameraden und Altersgenossen. Weißt Du, sie wissen einfach nicht wie es ist… Du bist ein so starker, empathischer und sozialer junger Mann – ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dir das bewahren kannst. Trotz allem…

Mein lieber Moritz – alles, alles Gute zu Deinem Geburtstag!

Ich hab‘ Dich ganz arg lieb!

Deine Mama

 

 
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Verfasst von - Dezember 12, 2012 in textinette privat