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Archiv für den Monat Januar 2011

Meine beste Freundin

Ich schreibe heute etwas nieder, was mich schon wochenlang beschäftigt. Im besten Sinne beschäftigt. Es geht um das Thema „Freundschaft“. Ich bin ja ehr der Typ, der mit dem Wort „Freund“ oder „Freundin“ sehr bedächtig und vorsichtig umgeht. Wohl, weil ich der Meinung bin, echte Freunde hat und braucht es nur sehr wenige im Leben. Sicher, ich habe viele gute Bekannte, auch sehr, sehr lieb gewonnene Bekannte. Hier im Ort, aber auch überall in Deutschland bzw. in Deutschland und der Schweiz verstreut. Im Reallife ebenso, wie „virtuell“. Die richtigen, echten Freunde kann ich an einer Hand abzählen. In diesem Zusammenhang habe ich mich wochenlang gefragt, habe ich denn auch eine „beste Freundin“, einen „besten Freund“? Ja. Habe ich. Ich habe tatsächlich eine „beste Freundin“. Kennengelernt haben wir uns vor über zwei Jahren in einem Forum. Leider wohnen wir sehr weit voneinander weg (ca. 500km), haben beide Kinder, sind deshalb nicht so ganz spontan und mobil. Was wohl einer der Gründe ist, warum wir uns noch niemals „live“ gesehen haben. Und trotzdem: Wir kennen unser beider Leben gegenseitig von ganz vielen Bildern. Und von Telefonaten, die – zusammengenommen – sicherlich Monate gedauert haben. Nächtelang. Tagelang. Intensiv, tiefgehend, freundschaftlich, verstehend. So viel wie sie weiß niemand von mir. Wirklich niemand. Und – und das kommt noch hinzu – unsere Freundschaft hat sogar (und ob der Tatsache, dass wir uns noch nie gesehen haben, ist das um so bezeichnender) einen ganz furchtbaren Streit überlebt. Einen Streit, den ich vom Zaun gebrochen habe. Wohl aus Eifersucht auf etwas, was ich nicht hatte. Und ich habe sie damit sehr verletzt, sie mehr oder weniger im Stich gelassen. Nach Wochen des gegenseitigen „Fertigmachens“ herrschte deshalb fast ein Vierteljahr Funkstille. Weil wir beide traurig, enttäuscht, wütend und verletzt waren. Aber: Unsere Freundschaft hat gehalten, wir konnten wieder aufeinander zugehen. Etwas, was manchmal selbst wenn man sich „Face-to-Face“ kennt, gar nicht so selbstverständlich ist. Und darauf bin ich sehr, sehr stolz. Und ich weiß: Wir haben das geschafft, also kann diese Verbindung nichts mehr so leicht erschüttern.
2011 – das haben wir uns fest vorgenommen, wollen wir uns endlich einmal treffen! Das ist längst überfällig, und macht diese Freundschaft sicher erst so richtig „komplett“ 😉
Sie ist immer für mich da, meine beste Freundin – genauso wie umgekehrt. Geben und Nehmen halten sich wunderbar die Waage, jede nimmt die jeweils andere ernst mit ihren Sorgen und Nöten. Aber auch Glück sollte geteilt werden und wird auch geteilt! So eine Freundschaft ist wirklich etwas ganz besonderes. Danke, Coco! ♥