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Archiv für den Monat November 2009

Geschützt: Der Wald, den ich vor lauter Bäumen nicht sah…

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Verfasst von - November 29, 2009 in textinette privat

 

Das Leben ist eben NICHT 2.0

Heute habe ich eine Nachricht mit merkwürdig vertrautem Unterton auf einer Online-Community von jemandem aus meinem Heimatort bekommen, der mich eigentlich nur vom Sehen kennt und der mich noch nicht einmal grüßt, wenn wir uns begegnen. Spätestens da ist mir klar geworden: Das Leben 2.0 bringt nicht nur Vorteile.
Unbenommen gibt es sie dennoch, die Vorteile bei Twitter, Facebook & Co: Man trifft Leute, die man real vermutlich niemals kennengelernt hätte, oder niemals wiedergefunden/wieder getroffen hätte. Mir zum Beispiel hat Facebook unter anderem eine ganz alte Schulfreundin wieder näher gebracht, die ich 22 Jahre lang einfach aus den Augen verloren hatte. Und das, obwohl sie im Nachbarort wohnt. Wobei wir hier dann den fließenden Übergang zu den Nachteilen hätten: Ich bin sehr, sehr froh, C. wieder gefunden zu haben. Wir konnten nahtlos an das schöne Verhältnis aus Kindertagen anknüpfen und sie ist mir (wieder) eine sehr gute Freundin geworden. Aber ist der Umstand, dass es das Internet und gewisse Plattformen zum „wieder finden“ braucht, nicht auch unendlich traurig? Und – was mich gerade noch weitaus mehr beschäftigt – ist es nicht noch viel trauriger, dass man den Umgang mit lieben Menschen fast ausschließlich per Facebook-Chat, SMS & Co. pflegt???
Gesteigert wird dieses „Leben 2.0“ von Facebook und Konsorten wohl nur noch auf der Plattform „Twitter“. Vorneweg: Auch ich bin eine sehr regelmäßige, vielleicht sogar fast süchtige Twitterin. Gerade, wenn man viel Zeit hat (so wie ich das vergangene Jahr), seinen Twitter-Account (und alles, was dazugehört) zu pflegen, fällt es sehr schwer, damit wieder aufzuhören. Für viele ist Twitter eine Art „virtuelles Wohnzimmer“ geworden, man „kennt“ sich, tauscht sich aus, erzählt vielleicht sogar innerhalb dieser Community weitaus mehr von sich, als man es im Real-Life jemals tun würde. Nur: Ist das gut so? Wo genau ist die Grenze? Das kann und muss jeder für sich herausfinden, so lautet zumindest meine Antwort. Zugegeben: Es gibt dort einige, die mir ans Herz gewachsen sind, eben WEIL sie entweder witzig-originell, oder empfindsam-menschlich, oder eben beides sind. Und die allerwenigsten davon kenne ich real. Trotzdem interessiert es mich täglich, was es von Ihnen so Neues gibt, ob es Ihnen gut geht, wo sie stehen in ihren Entwicklungen. An sich ist das ja nichts schlimmes. Nur, das LEBEN findet dort nicht statt. Leben ist sich treffen, austauschen, dabei in die Augen sehen, die Stimme hören, Gestik, Mimik, Unternehmungen, Diskussionen am runden Tisch, gegenseitige Einladungen, mehr oder weniger lange Telefonate. Und kein Real-Life-Leben passt in 140 Zeichen. Man trifft sich auf Twitter – um mal nur ein Beispiel von vielen zu nennen – sogar zum „gemeinsamen“ fern sehen. Mit begleitender Diskussion. Ebenfalls in 140 Zeichen. Wo sind sie denn hin, die kuscheligen DVD-Abende mit dem Liebsten, oder mit der allerbesten Freundin?
Ich habe mich in den letzten Tagen oft gefragt, ob es mir wirklich gefällt, dass man mir nur folgen muss, um Stunde um Stunde auf dem aktuellen Stand zu sein, was mein Leben und meinen Alltag angeht. Und – nennen Sie mich altmodisch, wenn Sie möchten – NEIN! Es gefällt mir nicht. Oder vielmehr: Nicht mehr. Es gibt einige wenige, denen ich das gerne preis gebe. Aber für und mit den einigen wenigen gibt es (wenn nicht bereits vorhanden) sicherlich andere, persönlichere Kommunikationswege. Und ich bin mir sicher, es würde sich dann sehr schnell auch hier noch einmal die Spreu vom Weizen trennen… Man muss es nur mal objektiv betrachten: Wie oft kommt es vor, dass jemand, der sonst täglich und obsessiv twittert, von anderen Twitterianern vermisst wird? Sehr selten bis gar nicht. Jedenfalls meiner Erfahrung nach. Eigentlich auf der anderen Seite doch auch wieder beruhigend, dieser sicht- und fühlbare Unterschied zum Real-Life: Dort passiert sowas nicht. Mir zumindest nicht. Meine Freunde würden es sofort merken, würden sie einmal nur einen Tag lang nichts mehr von mir hören. Und sie würden auch sofort nachfragen, dessen bin ich mir sicher.
Warum ich Ihnen das alles erzähle? Nun, vermutlich, weil meine Entwicklung gerade weiter geht (oder anders herum gesagt, ehr „back to the roots“ geht) und es mir leichter fällt, darüber nachzudenken, wenn ich es schreibe. Und weil ich fast davon überzeugt bin, dass der ein oder andere von Ihnen bereits einmal ähnliche Gedanken hatte.
Ein endgültiges Fazit habe ich für mich noch nicht gezogen, eine ultimative Konsequenz gibt es auch (noch) nicht. Eines aber ist sicher: Verbindung zu mir lieb gewonnenen Menschen kann ich nicht ausschließlich per Chat, Twitter und SMS halten. Dazu bin ich viel zu sehr 1.0 …

 
7 Kommentare

Verfasst von - November 23, 2009 in Daily-Think

 

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Freiraum

Jedes MalRathaus_Luzern
wenn ich jetzt an Dich denke
entsteht in meinem Kopf
ein freier Raum
eine Art Vorraum zu Dir
in dem sonst nichts ist

Ich stelle fest
am Ende jedes Tages
dass viel mehr freier Raum
in meinem Kopf
übrig gewesen sein muss
als ich sonst glaubte

– Erich Fried –

 
2 Kommentare

Verfasst von - November 4, 2009 in textinette privat

 

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