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Archiv für den Monat September 2009

BTW 2009

Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, dieses Thema bewusst auszulassen. Aber meine ganz eigenen Gedanken, die ich mir um einen Aspekt dieser Wahl mache, möchte ich nun doch aufschreiben.

Vorneweg: Ich bin schlichtweg entsetzt, wie egoman, niveaulos und beifallheischend man (im Real-Life, wie auch auf diversen Community-Plattformen, allen voran Twitter.com) ein Ereignis wie die Bundestagswahl 2009 dazu benutzen kann, sich mal so richtig in Szene zu setzen.

So richtig schlimm aber fand ich zwei Dinge: Zum einen hat es mich entsetzt, welche „Schlacht“ sich einige Mitglieder der „Piraten-Partei“ mit anders gesinnten Twitteren geliefert haben. Wenn man es mit Humor nehmen wollte, könnte man sagen, sie haben ihrem Namen alle Ehre gemacht. Da wurde gestänkert, gemobbt, beschimpft und ausgelacht. Kein sehr schönes Bild, das da von einigen Parteimitgliedern von sich selbst gezeichnet wurde. Zum anderen waren es die (meist) schlechten, teilweise obszönen – und stets von eindeutigen Seitenhieben gespickten – Kommentare zur FDP, respektive zu Guido Westerwelle, die mich genervt und geärgert haben. Welch‘ ein niederes Niveau!  Und diese Sprüche werden auch dann nicht witziger, wenn man sie bis zum (sprichwörtlichen) Erbrechen wiederholt.

Alles in Allem kein schönes Bild, was sich nach außen hin geboten hat. Weder bei Twitter, noch sonstwo, denn solche und ähnliche „Statements“ kann man auch heute – einen Tag nach der Wahl – noch allerorten hören.

Und doch, klar habe auch ich eine politische Meinung, ich lebe schließlich in diesem Land und mir ist nicht egal, was mit ihm passiert. Aber ich will weder überall damit hausieren gehen, noch würde es mir einfallen nachzutreten, wie man es bei schlechten Fußballderbys manchmal beobachten kann.

Nach der Wahl ist vor der Wahl – und wir müssen sehen, was uns dieses neue „Bündnis mit dem Glück“ bringen wird.

Und was speziell das virtuelle Leben – respektive Twitter – angeht: Habt Euch doch einfach wieder lieb..:-) – Twitter kann man auch anders als für persönliche „Kriegserklärungen“ nutzen, wie ich (besonders seit ca. 1 Woche) finde…:D

 
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Verfasst von - September 28, 2009 in Daily-Think

 

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Glück gehabt!

„Ich bin in drei bis vier Minuten bei Dir. Und ich hab‘ ne Überraschung für Dich!“ – Schön, oder? Denken SIE! Aber Sie kennen ja auch meinen Bruder nicht. Selbiger war es nämlich, der mich mit diesen zwei harmlosen Sätzchen in helle Aufregung versetzt hat. Und nein, ich war NICHT wie ein Flitzebogen gespannt vor Vorfreude. Ich zitterte ehr wie Espenlaub vor Angst. Ja, Sie haben richtig gelesen: Angst! Lächerlich? Nun, Sie kennen meinen Bruder nicht…

Ich stand also da, unter der Haustüre, hielt misstrauisch Ausschau (bzw. sperrte die Ohren auf und wartete auf das markante „Utz, utz, utz“, welches meinen Bruder nebst Auto eigentlich schon 1km VOR Sichtweite ankündigt) und ging im Geiste schon mal die Möglichkeiten durch: „Oh Gott! Er schleppt bestimmt ein neues Tier an, eine Katze, einen Hund, gar eine Spinne…Oder er hat sich mal wieder verlobt. Natürlich mit der falschen Frau. Oder er wird Vater und will mich fragen, ob ich Patentante sein will?“ – langsam bildeten sich die ersten Schweisströpfchen auf meiner Stirn. „Oder er hat sich für tausende von Euros wieder mal sein Auto gepimpt, oder den sündhaft teuren Laptop gekauft, den er sich gar nicht leisten kann? Vielleicht kommt er auch gleich mit einem fabrikneuen Auto daher, dessen Leasingraten er sich momentan ebenso nicht leisten kann?“ Ohne Übertreibung: Ich hatte ganz schön Herzklopfen und wollte es am liebsten gar nicht mehr wissen…

Als mein Bruder dann „utzenderweise“ vor meinem Hoftor hielt, zitterten meine Hände ein wenig beim Versuch, das Tor aufzumachen. Und was soll ich Ihnen sagen? Freudestrahlend und beifallheischend hielt er links und rechts je einen Plastiksack in den Händen. Und in den Säcken befanden sich – Surprise, Surprise, die Sitzbezüge meiner IKEA-Sessel. Jenen IKEA-Sesseln, die ich ihm vor anderthalb Jahren geliehen habe und seit sechs Monaten zurück habe. Allerdings bislang ehr nur als Gerippe.

Na, da hab‘ ich doch noch mal richtig Glück gehabt, finden Sie nicht auch? Jetzt fehlen nur noch zwei Bücher, ein Handy, 50 Euro, ein Telefon, unsere Playstation, drei DVD’s, mein Schlafsack, unser Zelt, mein…

 
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Verfasst von - September 19, 2009 in textinette privat

 

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Nicht mein Tag?!?

Kennen Sie das? Wenn etwas schief geht, dann geht alles schief? Kennen Sie diese Tage, die man am liebsten ab der Hälfte der Zeit schon ad acta legen würde? Weil man genau weiß, das geht jetzt munter so weiter, bis man am Abend ins Bett geht? Ja? Gut. Dann bin ich wenigstens nicht alleine. Denn ich fürchte, ich habe heute so einen Tag „erwischt“. Zunächst begann mein Tag damit, dass mein Sohn und ich uns wieder auf „Schulalltag“ einstellen mussten. Das geht ausgeschlafen bestimmt am Besten. Da ich aber mal wieder Nachteule spielen musste und erst um 01:00 Uhr das Licht gelöscht habe, war ich leider nur ganz, ganz wenig ausgeschlafen. Was dazu führte, dass ich erst einmal mit meinem großen Zeh (und dann mit dem ganzen Rest) gegen die Badezimmertür gestolpert bin. Naja, nun: Schmerz macht wach. Dachte ich. Als ich aber (kein Witz!) die Zahnpasta im Kühlschrank gesucht habe und zum Ausgleich den Kakao für Sohnemann im Bad zubereiten wollte wusste ich: Das wird nix heute.

Nur gut, dass ich derzeit nicht arbeiten gehen muss (ich erhole mich gerade noch von einer schwereren Erkrankung), dachte ich im Stillen, als ich Sohnemann zum Bus fuhr. Auf dem Rückweg beschloss ich ganz kühn- da ich immer noch nicht wach genug für „Alltag spielen“ war, mich für eine „Ehrenrunde“ in mein sicherlich noch warmes Bettchen zu legen. Gesagt, getan – gewälzt! Einmal wenn ich KÖNNTE, und sogar ein bisschen will – geht das nicht! Ist das ein eigens für mich geschaffenes Naturgesetz, dass ich immer nur dann müde bin und schlafen will, wenn es gerade nicht möglich, nicht förderlich, nicht schicklich ist? Und dass ich im Gegenzug dazu immer schlagartig hellwach bin, wenn ich mir den Luxus Schlaf mal wirklich gönnen könnte? Oder ist das eine Art Strafe? Wenn ja, wegen was und v.a. von WEM? Sie wissen es nicht? Sehen Sie: Ich auch nicht. Aber eines weiß ich: Ich werde das nächste Mal mein Telefon ausstöpseln, wenn ich wieder mal so „dreist“ sein werde, und mich am hellichten Tage hinlege. Denn just in dem Moment, als ich endlich gnädig wegdämmern konnte, riß mich das unselige Klingeln meines Festnetzes sofort wieder aus dem Schlaf. Mein Herz! Mein armes Herz! Aber es half ja nichts: Raus aus dem Bett, die Treppe hinunter gestürmt, nochmals den Zeh angeschlagen, geflucht, gebremst – zu spät! Der AB war längst angesprungen. In der Hoffnung, noch rechtzeitig den Hörer an mich reißen zu können, sollte es ein wichtiger Anruf sein, stand ich „Gewehr bei Fuß“ – nur um zu hören, dass meine OMA (!) morgens um 08:30 Uhr Sehnsucht nach mir hat und mir deshalb fröhlich den AB zuquatschte! Doch, doch – ich habe meine Oma lieb. Aber wenn sie mich weckt, nur um mal „Hallo“ zu sagen, dann hält sich meine Zuneigung temporär in Grenzen. Obwohl Omi schon viel besser geworden ist – früher rief sie immer schon um sechs Uhr morgens an. Samstags….

Die Lust an einem Rückruf war mir vergangen, mein Zeh tat immer noch weh und an Schlaf war nicht mehr zu denken. Was also tun? Ich entschloss mich, meinem Tag zum ersten Mal in diesen Stunden „Sinn“ zu verleihen und putzte, staubsaugte, wischte und wienerte wie eine Wilde. Es machte sogar halbwegs Spaß! Bis ungefähr viertel vor zwölf. Da hatte der Spaß dann just in dem Moment ein Loch, als ich entdeckte, dass ich über allen (mir sonst so verhassten) hausfräulichen Pflichten einen wichtigen Arzttermin verschlafen hatte! Mist! Das sah die Arzthelferin im Übrigen ganz genauso – nächste Terminmöglichkeit: Mitte November! Na super… Ich würde ja gar nicht klagen wollen, hätte ich mir den Termin nicht noch dick und fett mittels eines Post-its an meinen Flurspiegel geklebt. Aber, wenn man da a) nicht reinsieht (wie gesagt, ich wusste sehr früh am Tag, dass dieser Tag ein Sch…Tag wird – und da kuckt man nicht auch noch in den Spiegel…) und b) der gelbe Post-it für mich schon seit gestern zum Inventar gehörte und daher übersehen wurde, braucht man sich nicht zu wundern.  Da nützt der beste Zettel nichts.

Um mich zu beruhigen, lief ich erst mal nach draußen in den Hof, frische Luft schnappen. Als ich genug geschnappt hatte, kam ich auf die blödsinnige Idee, doch bei dieser Gelegenheit gleich mal den Briefkasten zu inspizieren. Hätte ich es nur sein lassen! Ich sage nur: Gas. Jahresverbrauchsabrechnung. Beim Weg zurück ins Haus hätte ich beinahe das erste Mal hysterisch aufgelacht. Ich konnte mich gerade noch zurückhalten.

Mittlerweile war es Zeit, das Mittagessen für Sohnemann und mich vorzubereiten. Wie gesagt: Ich bin keine typische Hausfrau, stehe normalerweise vollzeitig im Berufsleben und bin Kochen ehr nicht gewohnt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Allerdings hatte ich mir für diesen Tag (wohlweislich) ein ehr einfaches Gericht ausgesucht: Penne mit Bolognese-Soße. Kann man ja nix falsch machen. Eigentlich. Zwiebeln und Fleisch anbraten ging auch noch relativ gut. Nudelwasser aufsetzen auch. Bloß die blöde Penne-Packung ist mir aus den Händen und auf den Boden gefallen. Naja, macht nix. Denkste! Die Tüte ist beim Sturz nämlich unbemerkt aufgeplatzt. Und beim Aufheben regnete es dann Teigwaren auf den Boden. Ganz klasse! Ehrlich! Nach gefühlten 10 Minuten des Herumkriechens auf dem Küchenfußboden (zum Glück vorher gewischt), habe ich die Nudeln dann in eine Schüssel gegeben (weil ich mich nicht entscheiden konnte: Wegwerfen, oder benutzen?) und einfach ein neues Päckchen aufgemacht. Für eine derartige „Nudelentscheidung“ war ich heute wirklich nicht in Stimmung. Die Nudeln waren also endlich glücklich im Kochwasser, das Hackfleisch hatte Bekanntschaft mit der verfeinerten Fix-Soße (jajaja, Mea Culpa!) gemacht – perfekt. Oder? Da mir mein Nudelsieb abhanden gekommen war, musste ich die Nudeln im Topf (unter Zuhilfenahme eines flachen Tellers für „oben drauf“) abgießen. Habe ich aber schon einige Übung drin – kann also nichts passieren…Sie ahnen es sicher schon: Es kann doch! Und so kam es auch: Heißes Wasser direkt auf die Hand schütten ist nicht gut. Nein, gar nicht gut. Es kann sogar manchmal richtig fies weh tun. Und mir TAT es richtig fies weh. So weh, dass ich den Topf samt Nudeln, samt Teller mit einem Aufschrei in die Spüle fallen ließ. Super! Erst Nudeln am Boden, jetzt auch noch Nudeln im Waschbecken? Na, Danke! Fassungslos auf die „Bescherung“ blickend fragte ich mich einen winzigen Moment lang, ob ich diese Nudeln denn jetzt wegwerfen sollte, und statt dessen doch die anderen, die vom Boden… Nein! So nicht!

Sagen Sie, haben Sie schon mal Nudeln gewaschen? Nicht? Also, ich schon. Alle gefühlten 7.000 Penne-Stückchen habe ich mit klarem, lauwarmen Wasser abgespült. Und kam mir dabei mindestens genauso doof vor, wie früher auf Kinderparties beim Flaschendrehen. Aber immerhin: Das Mittagsmahl war gerettet. Sohnemann hat es auch sehr gut geschmeckt. Komisch war nur, dass mir der Appetit vergangen war….

Ja, und jetzt sitze ich hier, und beim Schreiben dieser Zeilen frage ich mich im Stillen, was dieser Tag wohl noch „Tolles“ für mich bereit hält.

Fortsetzung folgt…mit Sicherheit!

 
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Verfasst von - September 15, 2009 in textinette privat

 

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Großes Ereignis wirft (erste) Schatten voraus

Während im Rathaus und auf den Main-Post-Seiten noch mehr oder weniger eifrig diskutiert wird, ob Würzburg nun „Provinz auf Weltniveau“ ist, oder nicht, wirft andernorts ein großes Ereignis seine Schatten voraus: Vom 13. bis 17. Juli 2011 findet in Würzburg das 6. Deutsche Pueri Cantores Chorfestival statt.

Der Deutsche Chorverband Pueri Cantores besteht seit 1951 und wird heute von ca. 350 katholischen Chören (Knabenchöre, Mädchenchöre, Kinderchöre, Jugendchöre und Scholen) mit mehr als 11.000 Sängerinnen und Sängern getragen. Neben der Teilnahme an internationalen Veranstaltungen finden regelmäßig auf nationaler Ebene groß angelegte Chorfestivals statt.

In Zusammenarbeit mit dem Diözesanverband „Pueri Cantores Würzburg“, der Würzburger Dommusik und der Stadt Würzburg ist es gelungen – nach Essen, Köln und Münster – dieses „Fest der 1000 Stimmen“ nach Würzburg zu holen. Laut den Organisatoren übrigens mit der bisher höchsten Teilnehmerzahl.

Ich jedenfalls freue mich schon sehr darauf, wenn im Juli 2011 so viele, schöne und junge Stimmen in Würzburg erklingen werden. Bleibt (für mich ganz privat) zu hoffen, dass mein Sohn bis dahin entweder noch nicht in den Stimmbruch gekommen ist, oder selbigen bereits hinter sich hat…

Das Festivalbüro sucht im Übrigen noch jede Menge freiwilliger Helfer, sowie zahlreiche Gastquartiere.

 
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Verfasst von - September 15, 2009 in Würzburg

 

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textinette liest…Sarah Kuttner’s „Mängelexemplar“

Ich gebe es zu. Ich habe mich sehr lange Zeit davor gedrückt, dieses Buch – welches ja eine ganz schön lange Zeit in aller Munde war – zu lesen. Nicht, weil ich mich mit dem Thema an sich nicht beschäftigen wollte, sondern weil ich gererell nicht  so gerne Bücher lese, die gerade „in“ sind, nur weil ich dann vielleicht „dazugehöre“ und „mitreden“ kann. Ich stöbere lieber stundenlang in den Untiefen der Buchhandlungsregale, um dann ein Buch (na gut, meistens mehrere Bücher) zu finden, das mir auch wirklich gefällt und das ich lesen will, weil ich es lesen möchte. Und nicht, weil es gerade auf irgendeiner Bestsellerliste steht und selbst Frau Huber von nebenan sich in der Straßenbahn lautstark darüber unterhält. Bestsellerlisten sind mir meistens ehr egal und spielen dementsprechend bei meiner Buchwahl eine ehr untergeordnete Rolle, dienen nur gelegentlich der Inspiration.

Ach ja, und ich mag keine Bücher, die so „hipp“ sind, dass sie sogar von Menschen gelesen werden, die sonst niemals ein Buch in die Hand nehmen würden. Klingt arrogant, ist aber so. Und eben genau so ein Buch ist „Mängelexemplar“ in meinen Augen. Nicht gerade eine Ermutigung für mich, hier auch nur eine Seite umzublättern. Eigentlich.

Dank unserer örtlichen Bücherei habe ich mir besagtes „Mängelexemplar“ nun doch einmal ausgeliehen. Und es fast so ungern in die Hand genommen, wie neulich beim Hugendubel Charlotte Roche’s Buch „Feuchtgebiete“ (das ich mich übrigens immer noch nicht überwinden konnte, zu lesen). Aber ich hab mich tapfer geschlagen und bin derzeit immerhin schon bei Seite 39 angelangt. Vorweg:  Von Angststörungen, Panikattacken und Depressionen scheint sie wirklich etwas zu verstehen. Angeblich ja nur, weil sie dies in ihrem Bekanntenkreis beobachten konnte. Was nicht sehr glaubhaft scheint, wenn man sich die Tiefe der diesbezüglichen Aussagen in ihrem Buch einmal näher anschaut. Sachlich also einwandfrei und – egal, wie dieses „Wissen“ erworben wurde – glaubhaft. Einmal während dieser 39 Seiten musste ich laut auflachen. Aber das war es dann wohl schon. Kuttner ist mir zu laut, zu hektisch, zu plakativ, zu „hype“, zu „mainstream“, zu gezwungen „witzig“. Aber vielleicht bin ich einfach nur altmodisch?

Und ja, ich werde es zu Ende lesen. Aber es wird kein Buch sein, dass mir allzu lange in Erinnerung bleiben wird. Durchgefallen, Frau Kuttner.

 
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Verfasst von - September 6, 2009 in textinette liest...

 

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Verschwenderisch..Teil 1

Heute einmal mehr festgestellt: Ich bin verschwenderisch…

  • KOMMATA: Ich setze sie gerne, in hoher Zahl und oft da, wo sie überhaupt nichts (mehr) zu suchen haben.
  • KLOPAPIER: Augenmaß war noch nie meine Stärke…
  • INTERPUNKTION: Besonders verschwenderisch gehe ich mit dem „Punkt“ um. Deshalb enden bei mir nicht selten die Sätze mit … – damit man ggf. noch etwas „nachlegen“ kann. Diese Verschwendung hat sich im Laufe meines Lebens zu einer regelrechten Verschwendungssucht gemausert, wie man unschwer erkennen kann. Habe ich mich in der Überschrift noch zurücknehmen können und sogar einen Punkt einsparen können, überkommt es mich gerade wieder heftig…
  • LIEBE: Ich halte es da wohl schon mein ganzes Leben ehr mit den weisen Persern: „Liebe ist das einzige Gut, das mehr wird, wenn man es verschwendet.“
  • KAUGUMMIS: Ich kaue zwar fast nie Kaugummi, aber wenn, dann erwischt man mich nicht selten mit 2-3 Streifen auf einmal (die im 5-Minuten-Rhythmus ausgewechselt werden) im Mund. Orale Ersatzbefriedigung? Oder schlicht Nachholbedürfnis?
  • DRUCKERPAPIER: Bis ich mit einem evtl. Endprodukt vollauf zufrieden bin, kann schon mal ein halber Pack Papier draufgehen. Je nachdem, wie wichtig das Gedruckte ist. Stereoskopisches Sehen? Fehlanzeige.
  • BROTAUFSTRICH: Hauchdünn geht gar nicht. Was ich dann auch immer wieder auf der Waage beobachten kann.
  • NUDELSALAT: Beim Zubereiten desselben habe ich es in meinem Leben noch niemals hinbekommen, weniger als eine „Kompanie“ damit satt bekommen zu wollen.
  • SOCKENWOLLE: Einmal im Jahr (meistens Herbst und/oder Winter) wird es richtig spießig: Ich stricke und/oder häkle, was das Zeug hält. Im Winter sind es meistens gestrickte Socken, die angefertigt werden wollen. Und weil die Auswahl an Garnen so schwer fällt, wird erst mal eine ganze Armada von Knäueln gekauft. Was im Frühjahr noch übrig ist, wurde entweder nicht verstrickt, oder nicht von Balou zerfleddert…
  • WANDFARBE: Ich heimwerke im Prinzip sehr gerne. Das Ergebnis ist auch oft vorzeigbar und tageslichttauglich. Meine Klamotten danach allerdings nicht mehr. Gleiches gilt für Gesicht, Hände, Füße und Haare.
  • HAARSHAMPOO: Auch hier versagt offenbar mein Augenmaß. Denn eine Portion bleibt eine Portion. Und keine ganze Hand voll…
  • GELD: Leider findet sich immer noch eine Kleinigkeit, die von mir noch nicht gekauft, ein Buch, das von mir noch nicht gelesen, oder eine CD, die von mir noch nicht gehört wurde. Mein Geldbeutel reagiert regelmäßig mit Entzugserscheinungen…

FORTSETZUNG FOLGT! Bestimmt…irgendwann…

 
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Verfasst von - September 6, 2009 in textinette privat

 

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Das „1+3“-Versprechen

Neulich im IKEA. Den Einkaufswagen längst vollgeladen mit Dingen, die ich eigentlich gar nicht brauche, froh über die Tatsache, dass heute wohl mal alles glatt gegangen ist, eile ich mit Sohnemann im Schlepptau Richtung Kasse. Mist. Zu früh gefreut. Selbst an den SB-Kassen (ja, genau – die zum selber scannen) herrscht Andrang. Eine Azubine, in klassischem Gelbblau gewandet, spielt Platzanweiserin. Statt zu kassieren, was die Schlangen vermutlich effektiver minimieren würde. Aber „Kasse machen“ stand wohl bislang noch nicht auf dem Lehrplan.

Also reihe ich mich mit Einkaufswagen-Überlast, Sohnemann und bereits ein klein wenig nervös zuckendem Augenlid in die mir am kürzesten erscheinende Warteschlange ein. Innerlich stöhnend über die vermutlich lange Zeit, die ich mich als Glied in dieser unliebsamen Kette befinden werde, sortiere ich erst mal den ganzen Kleinkram im Wagen. Damit es nachher schneller geht. Immer schön vorbildlich den Barcode voraus, wie man es von mir als braver IKEA-Kundin erwartet. Ein kurzer Blick nach vorne zeigt schnell, dass diese Nebenbeschäftigung mir nur ein ganz klein wenig der Zeit vertrieben hat, die ich noch warten muss. Eigentlich eine gute Gelegenheit, mich mal ein bisschen umzusehen, die Menschen links und rechts neben mir zu beobachten, statt mir weiter unnütze Gedanken über meinen ins Wanken geratenen Zeitplan zu machen. Zuerst fällt mein Blick auf ein fast amüsantes Mutter-Tochter-Gespann, welches krampfhaft versucht, ein kleines Mädchen (naheliegender weise wohl das Tochter-/Enkelkind) am Ausreißen zu hindern. Mit latent vorhandener Häme stelle ich fest, dass die beiden in der Nachbarschlange wohl noch weiter hinten stehen, als ich in meiner. Rechts neben mir ein Rentnerehepaar mit – oh Wunder – nur EINEM Artikel in der Hand, krampfhaft auf der Suche nach einer  (nicht vorhandenen) Express-Kasse für maximal 6 Artikel. Er flucht, sie beschwichtigt. Er trippelt nervös von einem Fuß auf den anderen, sie sucht mit den Augen die nicht enden wollenden Warteschlangen ab, getrieben von der unsinnigen Hoffnung, doch noch eine Lücke zu finden. Er schimpft schon wieder. Und sie weiß nicht mehr, wie sie ihn und sich noch besänftigen soll. Es fallen ein paar unflätige, typisch fränkische Kraftausdrücke, die ich hier nicht weiter kommentieren möchte.

Nach dieser Beobachtung entschließe ich mich spontan, dass mir die ganze Warterei ab sofort gar nichts mehr ausmacht und versuche, einen möglichst geduldigen, weltgewandten und aufgeklärten Gesichtsausdruck hin zu bekommen. Zur Untermalung des Ganzen wende ich mich mit einem „Macht doch nix, oder? Wir haben Zeit, gell?“ an Sohnemann, der vor lauter Gähnen schon rotgeäderte Augen hat. Ganz kurz frage ich mich, woran es wohl liegen mag, dass mein Filius grundsätzlich in jeglicher Art von Warteschlange anfängt zu gähnen, als eine sonore, unverkennbar unterfränkische Männerstimme meine Gedanken jäh unterbricht, als sie über den Lautsprecher verkündet: „Lieber Kunde! Hol‘ Dir jetzt frische Ideen in Dein Wohnzimmer. ……blablabla…“. Ich kann der freundlichen Stimme leider gedanklich nicht mehr folgen, weil ich krampfhaft versuche dahinter zu kommen, was da so falsch klingt in meinen Ohren. Und mit einem Mal weiß ich es: Ein unterfränkischer IKEA-Mitarbeiter duzt seine Kundschaft. DAS stimmt also nicht. Aus seinem Mund und mit seinem Slang hört sich das „Du“ in etwa genauso richtig an, wie wenn man Würzburgs Bischof mit einem lockeren „Hey Friedi, alte Hütte! Alles fit?“ begrüßen würde.

Schwedische IKEA-Philosophie meets unterfränkische Steifheit. Na super! Innerlich giggelnd und kichernd über dieses „Beinahe-Absurdum“, schiebe ich meinen Einkaufswagen (immer noch weltmännisch schauend) ein Stückchen weiter Richtung Kasse. Gleichzeitig denke ich an IKEA in Fürth und male mir aus, wie sich die Kundendurchsage wohl in mittelfränkisch anhört? Mit diesem fiesen „l“? Deutlich sichtbar schüttle ich den Kopf, um diesen haarsträubenden Gedanken schnell loszuwerden. Um mich abzulenken, richte ich meinen Blick geradeaus und stelle fest, dass ich den Kassierer jetzt schon deutlich erkennen kann und nur noch sieben bis neun Kunden vor mir dran sind. Und mit einem Mal sehe ich es – unscheinbar  an einen Betonpfeiler getackert und in gewohnter IKEA-Manier geschrieben: Das Schild, das aussagt, dass IKEA es sich zum Ziel macht, „3+1“ zu erfüllen. Gemeint ist, dass IKEA  bestrebt ist zu erreichen, dass an allen Kassen immer nur 3 Leute warten, während 1 bezahlt. Ziel verfehlt, würde ich sagen.

Endlich an der Kasse angekommen ist dann übrigens schon wieder Schluss mit „Schweden meets Unterfranken“. Der Jüngling an der Kasse siezt mich. Und fragt mit strenger Miene nach meiner „Family“-Card. Die ich natürlich noch nicht habe. Was sich aber – nach weiteren gefühlten 5 Minuten und nicht ohne die zehn bis zwölf ungeduldigen Kunden hinter mir beinahe in den Wahnsinn zu treiben– schlagartig ändert…

 
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Verfasst von - September 6, 2009 in Daily-Think

 

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