RSS

Die Spieluhr

20160317_190632-1

 

Vor dreieinhalb Jahren starb meine Mama an Eierstockkrebs. Zwischen der Diagnose und ihrem Tod lagen nur zehn Wochen und vier Tage.

Als sie ihre Eltern ein letztes Mal besuchte, kurz vor ihrer zweiten (großen) Operation, saß sie in der Küche ihrer Mutter, also meiner Oma, und weinte. Sie bat mich, im Wohnzimmerschrank nach einer ganz bestimmten Spieluhr zu suchen. Eine Tante hatte sie ihr einst geschenkt. Die Spieluhr zeigte eine Madonna und vor ihr knieend, die Hl. Bernadette. Wenn man sie aufzog, spielte sie das bekannte „Lourdes-Lied“.

Ich fand sie nicht gleich, was meine Mama ziemlich zur Verzweiflung brachte und ich spürte, dass ihr diese Spieluhr sehr wichtig war. Ich suchte und suchte. Als ich sie endlich gefunden hatte, zog meine Mutter sie zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder auf und ihr liefen Tränen über die Wangen, als die Melodie erklang.

Im Laufe der nächsten Tage wurde die Spieluhr zum festen Begleiter für sie und ich merkte, wie sie meiner Mama Trost gab.

Als sie, nur ein paar Wochen später, zum Sterben auf die Palliativstation kam, brachten wir ihr die Spieluhr mit. Sie stand auch hier wieder an ihrem Bett.

In ihren letzten Stunden zog ich die Spieluhr immer wieder für sie auf und die Melodie begleitete meine Mama auf ihrer Reise zu den Sternen.

Neben ein paar anderen, ebenfalls sehr persönlichen Dingen, legten wir ihr die Spieluhr in den Sarg. Es erschien mir wichtig, dass meine Mama gerade sie „mitnehmen“ durfte.

Heute habe ich mir selbst ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk gemacht. Auf ebay habe ich es entdeckt – exakt das Pendant zu Mamas Spieluhr. Und auch meine spielt diese unvergleichliche Melodie. Das Päckchen kam heute an und ich weiß, ich werde diese Spieluhr hüten wie einen Schatz…

Ich hab dich lieb, Mühmel. Für immer und immer….

 

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Abstinencia und Killerfrosch – Hetzjagd über die Ostsee in finaler Produktion.

Herrlich! Endlich sind sie fertig, die ersten Cover der Publikationen des Waldhardt Verlages. Das Cover zu ABSTINENCIA liegt mir naturgemäß sehr am Herzen – und ich bin stolz und froh, dass es so toll geworden ist!

 
 

Aktuelles aus dem Waldhardt Verlag

News…News…News…News…News…News…News…News…News…News…News…

Waldhardt Verlag

Rocky moutain at sunset - Slovakia

Einige von uns sind zurzeit erkrankt. Aber das hindert uns natürlich nicht daran, nach Programm fortzufahren.

Einige der Werke befinden sich nun bereits im Lektoratsprozess oder haben diesen schon durchlaufen. Weitere werden folgen. Das ist immer eine spannende Zeit, nicht nur für die Autoren.

Mit den Covern haben wir auch schon angefangen. Die Bücher nehmen so erheblich mehr Gestalt an. Ich kann es kaum noch erwarten, endlich ein gedrucktes Buch aus dem Verlag in den Händen zu halten. Aber bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen.

Alles optimal nach meinen Ansprüchen unter einen Hut zu bekommen ist oft gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Ich habe ja auch noch eine Agentur zu betreuen, die das Geld für den Verlag überhaupt erst erwirtschaftet.

Da ich weder Lektorin noch Korrektorin bin, treibt mir jede Rechnung die ich von den Lektoren bekomme ein paar Tränen in die Augen. Aber das…

Ursprünglichen Post anzeigen 205 weitere Wörter

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Februar 16, 2015 in Uncategorized

 

Wenn ich doch

1016740_10200379387391189_1245624549_n

 

Wenn ich doch,
einmal noch,
mit dir reden könnte.
Wenn du doch,
einmal noch,
mich in die Arme nähmst.
Wenn wir doch,
einmal noch,
zusammen lachen täten.
Was wär‘ ich doch,
einmal noch,
getröstet und glückselig.
(Susanne H. Ollmert)
 

Noch ’n Buch.

Werte Leserinnen, werte Leser!

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch, nage an meiner Unterlippe und überlege, wie ich Ihnen (und mir selbst) begründen kann, warum ich jetzt auch ein Buch schreibe.

Mein Buch, sollte das Manuskript wirklich zum gedruckten Werk werden (wofür die Weichen bereits positiv gestellt sind, also ist die Bezeichnung „Buch“ nicht aus der Luft gegriffen), wird eines von vielen sein, wenn es 2015 erscheint. Mein Name wird in den endlos langen Listen der Newcomer verschwinden. Vielleicht werde ich eine klitzekleine Lesung machen dürfen. Vielleicht aber auch nicht.

All‘ das hat mich natürlich zu Anfang nicht davon abgehalten, von riiiiesigen Bücherstapeln zu träumen, die sich neben mir auftürmen, während ich mein Werk für die Massen signiere. Oder von mir im Business-Outfit, mit Zahnpastalächeln, meinen Thriller munter in die Kameras haltend.

Ich glaube, eine ähnliche „Vision“ wie diese hatten alle Menschen, die beschlossen, mit ihrem (mehr oder weniger ausgeprägten) Schreibtalent an die Öffentlichkeit zu gehen. Nein? Oh doch! Wer das Gegenteil behauptet, den bezichtige ich jetzt einmal ganz frech der Lüge.

Dieser „Traum vom Fliegen“ hat sich bei mir aber sehr schnell erledigt. Einerseits deshalb, weil ich (jetzt, da ich nicht nur für die berühmt-berüchtigte Schublade schreibe) schnell gemerkt habe, dass Schreiben richtig harte Arbeit sein kann. Zum anderen, weil ich mich mit vielen, vielen Kollegen und Kolleginnen austauschen konnte, welche mir offen und ehrlich zeigten, wie es wirklich sein kann, und wie viele Fehler man gerade als Neuling machen kann (und wird).

Das, und noch viel mehr, hat mich ein wenig demütiger gemacht. Ich habe eine hohe Affinität zum geschriebenen Wort, und wohl auch Talent. Aber ich muss und will auch noch viel lernen, mich weiterentwickeln, immer besser werden in einem Handwerk, das eben auch (und gerade) „von der Pike auf“ erlernt werden will.

Und nun? Muss es wirklich das hunderttausendste Buch über Morde, menschliche Abgründe, Intrigen, Blut und Qualen geben? Nein. Muss es nicht. Wird es aber. Weil ich nämlich trotzdem weiter schreiben werde. Weil ich es kann. Und weil ich es will. Egal, was die Zukunft bringt. Nein. Natürlich nicht egal.

Ich werde 2015 das erste, von mir geschriebene Buch in Händen halten. Und natürlich werde ich auf mein „Baby“ dann stolz sein.

Und ich freue mich umso mehr, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich dann mit mir freuen! 😉

Abgemacht? 🙂

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre

textinette

P.S. Eine kleine Leseprobe (noch in der Rohfassung, und unlektoriert), finden Sie u.a. hier.

 

 

 

 

 
 

Die schöne Schachtel

CAM00610

Wir haben hier ja schon einiges erlebt, werte Leser. Eine Beisetzung mit allen (us-amerikanischen) militärischen Ehren, eine Überführung bei Nacht und Nebel, eine ihre Notdurft unter meinem Küchenfenster verrichtende Dame (über all dies werde ich noch ausführlich berichten), aber die Beerdigung eines emeritierten Pfarrers, der hier aus dem Ort stammte, war wohl doch das aufwendigste Ereignis bisher.

Nicht nur sage und schreibe 12 (!) Konzelebranten waren zum Begräbnis angereist, nein – darüber hinaus wurde der Sarg mit dem verblichenen Geistlichen  (sonst auf dem Lande ehr unüblich) in der Kirche aufgebahrt, statt vor der Leichenhalle. Und die Trauergäste strömten aus allen Ecken des Ortes herbei.

Entsprechend laut, voll und „geschäftig“ ging es an diesem Tage rund um unsere Wohnung zu. Das blieb auch von meiner dreijährigen Tochter nicht lange unbemerkt. Und da sie eine sehr neugierige Nase ist, wollte sie auch promt auf den Arm genommen werden, und mit mir zusammen aus meinem Schlafzimmerfenster schauen.

Ich hob sie gerade dann hoch, als die zwölf hohen Herren aus der Kirche auszogen. Direkt hinter ihnen wurde der Sarg mit dem Verstorbenen getragen. Was meine Tochter in helle Aufregung versetzte! „Ui, Mama!“, rief sie aufgeregt, „schau mal, was für eine schööööööne Schachtel! Ist da ein Schatz drin?!?“

Sie werden es mir nachsehen, liebe Leser, dass ich es nicht übers Herz brachte, meine kleine Tochter aufzuklären, sondern es bei einem vagen (und auch feigen) „Hm…ich weiß auch nicht…“ zu belassen. Ich konnte ihr diese kleinkindliche Illusion einfach nicht nehmen. V.a. deshalb nicht, weil sie lange gebraucht hat, um den Tod ihrer Oma zu verarbeiten, und ich die gerade geschlossene Wunde nicht wieder aufreißen wollte.

Neben all‘ diesen widersprüchlichen Gefühlen in mir überwog allerdings zuletzt eine art gerührter Humor. Kindermund tut einfach gut!

 

Schlagwörter: , , ,

Deutschland sucht das Supergrab

2013-11-01 17.31.20

Zugegeben, werte Leser Allerheiligen ist schon ein paar Tage her. Allerdings hält der Eindruck, den ich vor diesem hohen kirchlichen Feiertag gewonnen habe, nach wie vor an. Eigentlich jedes Mal, wenn ich aus einem meiner Fenster schaue, werde ich wieder an die Ereignisse um den 01.11.2013 erinnert.

Natürlich ist es normal, dass man (evtl. bereits schon am Vorabend) seinen vorausgegangenen Lieben ein paar Grablichter, Brennschalen, Fackeln und ähnliches auf’s Grab stellt. Schließlich geht es ja an Allerheiligen und dem darauffolgenden Allerseelen auch und gerade um unsere Verstorbenen. Und v.a. in ländlichen Gebieten ist der priesterlich begleitete, nachmittägliche Friedhofsgang am 1. November ohnehin obligatorisch.

Na, und da muss natürlich alles stimmen! Da sollen die anderen Leute ruhig mal sehen, was uns unsere Toten wert sind! Herausgeputzte Gräber, mit den üblichen Gestecken und Lichtlein versehen, sind die üblichen, äußeren Zeichen. Soweit, so gut. Oder so schlecht – das liegt im Auge des Betrachters.

Was aber bei meinen neuen Nachbarn vor sich ging, und zwar schon mindestens eine Woche vorher (!), spottet jeder Beschreibung. Fast an jedem Grab (v.a. an denen mit hochglänzenden, stereotypen Grabsteinen) wurde gewienert, poliert, mit Wurzelbürste und Seifenwasser abgeschrubbt, was das Zeug hielt. Zwei Tage später wurden dann allerorten riesige Ungetüme von mehr oder weniger geschmackvollen Blumen- und Gesteckschalen verteilt. Je größer und hässlicher, desto besser. So war zumindest mein Eindruck.

Etwa drei Tage vorher – ich dachte schon, schlimmer geht’s eigentlich nicht mehr – fing er dann an, der Kampf ums „Best Grave Ever“. Nicht nur, dass nochmals abschließend poliert, gewischt und die letzten Staubkörnchen höchstpersönlich weggepustet wurden, nein – es entstand ein regelrechter Wettbewerb darum, wer die meisten, schönsten und auffälligsten Lichter auf „seinen“ Gräbern vorzuweisen hat. Und – ob Sie es glauben oder nicht – nicht ohne einen kritischen Seitenblick auf das Nachbargrab. Da wurden (nachweislich!) die  einzelnen Lichter der umliegenden Gräber gezählt (!), nur um dann (nach einem kurzen Besuch im nächsten Supermarkt) beleuchtungstechnisch noch mal nachzurüsten. Getreu dem Motto: „Immer eines mehr als Du“…

Aber das ist noch nicht alles. Es gab auch einen regelrechten Contest, wer die Lichter in der schönsten und auffallendsten Formation auf die Gräber stellen konnte.

Das Ergebnis war ein (an sich schön anzuschauendes) Lichtermeer, wie ich es auf noch keinem Friedhof um diese Jahreszeit je gesehen habe. Auf einem einzelnen Grab habe ich z.B. sage und schreibe zwanzig (!) Grablichter gezählt. Selbstverständlich schön arrangiert und in Reih‘ und Glied. Und offenkundig standen die meisten Lichter auf genau den Gräbern, die sonst das ganze Jahr über ehr nur sporadisch besucht werden, und sonst einen ehr vernachlässigten, regelrecht „toten“ Eindruck machen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…