Ich gebe es zu. Ich habe mich sehr lange Zeit davor gedrückt, dieses Buch – welches ja eine ganz schön lange Zeit in aller Munde war – zu lesen. Nicht, weil ich mich mit dem Thema an sich nicht beschäftigen wollte, sondern weil ich gererell nicht so gerne Bücher lese, die gerade “in” sind, nur weil ich dann vielleicht “dazugehöre” und “mitreden” kann. Ich stöbere lieber stundenlang in den Untiefen der Buchhandlungsregale, um dann ein Buch (na gut, meistens mehrere Bücher) zu finden, das mir auch wirklich gefällt und das ich lesen will, weil ich es lesen möchte. Und nicht, weil es gerade auf irgendeiner Bestsellerliste steht und selbst Frau Huber von nebenan sich in der Straßenbahn lautstark darüber unterhält. Bestsellerlisten sind mir meistens ehr egal und spielen dementsprechend bei meiner Buchwahl eine ehr untergeordnete Rolle, dienen nur gelegentlich der Inspiration.
Ach ja, und ich mag keine Bücher, die so “hipp” sind, dass sie sogar von Menschen gelesen werden, die sonst niemals ein Buch in die Hand nehmen würden. Klingt arrogant, ist aber so. Und eben genau so ein Buch ist “Mängelexemplar” in meinen Augen. Nicht gerade eine Ermutigung für mich, hier auch nur eine Seite umzublättern. Eigentlich.
Dank unserer örtlichen Bücherei habe ich mir besagtes “Mängelexemplar” nun doch einmal ausgeliehen. Und es fast so ungern in die Hand genommen, wie neulich beim Hugendubel Charlotte Roche’s Buch “Feuchtgebiete” (das ich mich übrigens immer noch nicht überwinden konnte, zu lesen). Aber ich hab mich tapfer geschlagen und bin derzeit immerhin schon bei Seite 39 angelangt. Vorweg: Von Angststörungen, Panikattacken und Depressionen scheint sie wirklich etwas zu verstehen. Angeblich ja nur, weil sie dies in ihrem Bekanntenkreis beobachten konnte. Was nicht sehr glaubhaft scheint, wenn man sich die Tiefe der diesbezüglichen Aussagen in ihrem Buch einmal näher anschaut. Sachlich also einwandfrei und – egal, wie dieses “Wissen” erworben wurde – glaubhaft. Einmal während dieser 39 Seiten musste ich laut auflachen. Aber das war es dann wohl schon. Kuttner ist mir zu laut, zu hektisch, zu plakativ, zu “hype”, zu “mainstream”, zu gezwungen “witzig”. Aber vielleicht bin ich einfach nur altmodisch?
Und ja, ich werde es zu Ende lesen. Aber es wird kein Buch sein, dass mir allzu lange in Erinnerung bleiben wird. Durchgefallen, Frau Kuttner.