Archiv des Autors: anneo77
2012…
(Gelesen auf der Pinnwand meiner lieben Facebook-Bekannten Michaela M., ich hoffe, ich darf es zitieren) In diesem Sinne: Allen Lesern, Freunden und Bekannten ein fröhliches, buntes, erkenntnisreiches und gesundes Jahr 2012.
Auf einen guten Anfang! Ihre/Eure
textinette
Blinder Aktionismus. Oder?
Liebe Leser,
stellen Sie sich bitte einmal folgendes Szenario vor: Eine Frau aus Berlin schreibt auf ihrem Blog, dass sie vor 14 Tagen aus ihrer Wohnung geflogen, bzw. zwangsgeräumt wurde. Wie sie selbst einräumt, hatte sie einfach nicht mehr die Kraft, die Briefe zu öffnen, die dieses Ereignis angekündigt hatten, weil das Leben sie – nach eigenen Angaben – seit über 10 Jahren so arg beutelt, dass Sie nun einfach nicht mehr kann, und (selbstdiagnostiziert) einfach “ausgebrannt” sei, und unter schweren Depressionen leiden würde. Die Agentur für Arbeit, so die Bloggerin weiter, hätte Sie unter anderen zu dem gemacht, was sie nun sei, ein “Mensch ohne Arbeit, der vor dem Verwaltungskram und Sanktionen aufgibt, um diesem Staat nicht mehr zur Last zu fallen”. Und sie habe aufgegeben, so schreibt die Bloggerin weiter.
Zum Glück gibt es aber – und in der Vorweihnachtszeit gilt das wohl noch stärker, als ohnehin schon – gute Menschen, die einen Spendenbutton auf Ihrer Blogseite einrichten, und eifrig die “Spendentrommel” rühren, damit die erste, große Not dieser Dame im Handumdrehen gelindert werden kann. Und es gibt noch viel mehr Leute, die in den Kommentaren eifrig ihre Spendenbereitschaft kundtun. In aller Ausführlichkeit.
Diese Geschichte löste zunächst einmal folgende Reaktionen in mir aus:
1.) Soweit ich weiß, sind – bis es zu einer Zwangsräumung kommen kann – zumindest viele, viele Schreiben (Einschreiben!) nötig, damit der Gerichtsvollzieher nach entsprechend erfolgtem Gerichtsurteil natürlich, tätig werden kann. Bis zu einem gewissen Grad kann ich nachvollziehen, dass ein Mensch, der von sich selbst sagt, er habe “aufgegeben”, seine Post nicht öffnet. Dass diese Dame aber in diesem Fall von der Zwangsräumung nichts gewusst haben will, da sie ihre Briefe nicht geöffnet hat, ist schon sehr grenzwertig. Aber gut: Depressionen haben viele Gesichter, und ich möchte mir hier nicht anmaßen, über jemanden zu urteilen, den ich nicht kenne. Vor allen Dingen, weil “Antriebslosigkeit” ja auch eines der Symptome einer Depression darstellt. Und jeder Mensch ist anders, reagiert anders auf solche Krisensituationen…
ABER: Aus welchen Gründen auch immer die Post nicht geöffnet wurde – diese Suppe muss diese Frau auslöffeln, ob es ihr nun passt oder nicht. Dass sie dazu momentan ob ihres psychischen Zustandes gar nicht in der Lage ist, glaube ich ihr sogar. Umso wichtiger finde ich, dass sie sich umgehend in psychologische Betreuung begibt. Am besten stationär, weil ihr Problem doch sehr akut zu sein scheint.
Dies geht aber angeblich auch nicht, da die Dame (seit kurzem erst wieder in Brot und Arbeit, allerdings werfe der Job nicht viel mehr als ALG II ab), nicht krankenversichert sei. Hä? Wie bitte geht denn das? Jemand, der einer angemeldeten Arbeit nachgeht, ist auch krankenversichert. Punkt. Und im Falle von Bezug von ALG II, ist man da nicht über die ARGE pflichtversichert?!? Schon komisch…
2. Dass diese Dame nun 14 Tage, nachdem ihre Wohnung zwangsgeräumt wurde, den Nerv, die Zeit, die Muse und das entsprechende Equipment hat, um über Ihre schlimme Situation in aller Ausführlichkeit in einigermaßen geschliffener Sprache zu bloggen, das verwundert mich. Und vielleicht nicht nur mich.
Ich wiederhole nochmal: Jeder ist anders, jeder geht mit solchen Situationen anders um, aber die Frage sei schon gestattet, wie es sein kann, dass ein Mensch, der so am Ende ist, so “ausgebrannt” ist, und so viele akute Probleme hat, den Nerv haben kann, seinen Frust und sein Selbstmitleid zu verbloggen, und somit einer breiten Masse an Lesern in “Social-Media-Land” zugänglich zu machen?
3. Die logische Folge dieses oben genannten Blogeintrags stellte sich auch sofort ein: Von einem Ehepaar wurde auf den Seiten der Bloggerin ein PayPal-Spendenbutton eingereicht, die Bloggerin zierte sich zunächst, nahm dann aber dankbar an, und in den Kommentaren zu besagtem Posting wird die Bloggerin mit guten Wünschen und natürlich mit der festen Zusage, sofort und umgehend etwas zu spenden, regelrecht überhäuft. Und manchen Kommentaren sieht man es auf den ersten Blick an, dass hier jemand sich selbst sozusagen eine “(Pseudo-)moralische Spendenquittung” ausstellt.
Kritische Stimmen bleiben selten. Komisch eigentlich, oder? An was liegt es? An Zensur, oder an dem Umstand, dass es zu wenige Leute gibt, die ihre anderslautende Meinung zu diesem Thema offen kundgeben wollen?
Momentan wird unter den Kommentatoren gestritten, ob die einzelnen Spenden nun einen zweistelligen Betrag überschreiten dürfen, oder nicht…
Zusammenfassend stehe ich dieser ganzen Spendenaktion mehr als kritisch gegenüber. Was aber NICHT (!!!) bedeutet, dass ich mir nicht vorstellen kann, was Depressionen mit einem Menschen so alles anstellen können. Und was auch NICHT bedeutet, dass ich der Verfasserin dieses Blogartikels NICHT wünsche, dass sie möglichst schnell wieder auf die Beine kommt, und v.a. gesundheitlich schnell die Hilfe bekommt, die sie wohl wirklich dringend braucht. Im Gegenteil. Ich wünsche es ihr von Herzen!!!
Trotzdem darf ich mich (halblaut) doch fragen, ob diese Art von “Hilfe” nicht (fast) blindem Aktionismus gleichkommt? Ich glaube nicht, dass der Dame damit wirklich geholfen ist. In ihren Zeilen liest man nämlich vor allen Dingen eines: Sie ist depressiv, sie badet in Selbstmitleid, und sie ist tieftraurig und nicht in der Lage, sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern. DA muss man ansetzen. Und ich halte es wirklich für sinnvoller, dieser Frau schnellstmöglichst die Wege für eine stationäre Therapie zu ebnen, ihr eine adäquate Betreuung an die Hand zu geben, die für und v.a. Schritt für Schritt MIT ihr die Dinge regelt, wieder versucht geradezubiegen, die nötig sind. Dass dies kein einfacher, schneller Weg ist, dürfte jedem klar sein, idealerweise auch der Bloggerin selbst.
Trotzdem bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, ob er sich in die lange Liste der edlen Spender einreiht, oder eben nicht.
Und wer jetzt glaubt, ich sei auf Rosen gebettet, und mein Leben verläuft immer gradlinig, und mein Blogbeitrag sei deshalb arrogant oder schlicht unverschämt, der soll von mir denken, was er mag. ICH weiß, dass es eben genau so NICHT ist. Und jeder, der mich kennt weiß auch, was ich meine…
Auf jeden Fall bleibt diese Art von “Hilfeleistung” auf social-media-Ebene ein zweischneidiges Schwert. Trotzdem sei nochmals ausdrücklich gesagt: Ich wünsche der Dame wirklich das Beste!
Die GRENZE des Social-media ist für mich übrigens dann erreicht wenn, wie unlängst auf Twitter geschehen, zum Spenden aufgerufen wird, weil ein sog. “Elite”-Twitterer seinen MAC geschrottet hatte, sich aber aktuell keinen neuen leisten konnte. Hierfür wurden 2.500 EUR (!) angesetzt, und es wurde gespendet, was das Zeug hält. DAS ist für mich in der Tat blinder Aktionismus!!!
Von der Gesetzesmäßigkeit, sich immer zwei Mal im Leben zu treffen
“Man trifft sich immer zwei Mal im Leben” – “Was gut ist, kommt wieder”… , sicher kennen Sie alle diese (mehr oder weniger) schlauen Sprüche. Aber: Ist da auch was dran? Oder sind solche Sätze ehr als Trost gedacht, um einen Abschied, eine Trennung besser verschmerzen zu können?
Ich habe gestern Abend lange über diese Frage nachgedacht. Warum? Ich erzähle es Ihnen:
Es gab einmal eine Frau in meinem Leben, mit der ich alles teilen konnte: Freude, Leid, Schmerz, Tränen, Albernheiten, Ernstes, Streits, Versöhnungen.. nun ja – Sie werden sicher wissen, was ich meine. Ursprünglich “nur” Arbeitskolleginnen (die unterschiedlicher nicht hätten sein können, und sich doch in so vielem so “furchtbar” ähnlich waren), wurden wir das, was man wohl gemeinhin “beste Freundinnen” nennt. Ich werde Sie hier sicher nicht mit Details langweilen, aber wir haben annähernd alles gemeinsam durchgestanden. Und das auf eine Art und Weise, die jeder Beschreibung spottet. Es war eine lustige, intensive, aber auch schmerzhafte, ernste Zeit, die ich niemals mehr missen möchte.
Wie das aber so ist im Leben – jede von uns hat sich auf unterschiedliche Weise weiterentwickelt, neue Lebensphilosophien für sich entdeckt, welche die jeweils andere nicht oder nur bedingt teilen konnte oder wollte. Es ging schlichtweg in verschiedene Richtungen für uns beide, wir hatten uns “auseinandergelebt”. Handynummern verloren ihre Gültigkeit, E-Mail-Adressen waren nicht mehr erreichbar, Adressen änderten sich. Auf beiden Seiten.
Und so trennten sich unsere Wege für viele Jahre. Einfach so. Ohne Missgunst, ohne Streit, ohne Vorwürfe oder Bitterkeit. Es war einfach so. Soll ja vorkommen..
Gestern Abend dann suchte ich im Internet nach guter Literatur zum Thema “Baby” und “Schlafen”, und bin auf eine kleine Seite gestoßen (mit ebenso kleinem Onlineshop), und ob Sie es glauben oder nicht, noch bevor ich das Fenster “Über uns” öffnete, “wusste” ich einfach, WER die Betreiberin dieser Seite ist…
Ich schrieb ihr in ihr Gästebuch, schrieb ihr, dass ich mich sehr freue, sie so wiedergefunden zu haben, und dass das, was sie da jetzt tut, sehr gut zu ihr passt. Die Antwort auf meinen Gästebucheintrag hatte ich heute Morgen in meinem E-Mail-Postfach (und hat mir sofort ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, war sie doch so typisch für die “verlorene Freundin”): “Na, das wird ja auch mal langsam Zeit! Ich dachte, ich höre gar nix mehr von Dir!!!”
Ich weiß, dass das, was jetzt kommt, ganz sicher keine Neuauflage einer alten, engen Freundschaft werden wird (Auch so eine Gesetzesmäßigkeit). Aber ich habe jetzt eine Mailadresse. Und ich freue mich. Auf was auch immer da nun kommen mag..
“Und ein Wiedersehen, sei es nach Augenblicken, sei es nach Lebenszeiten, ist denen gewiss, die Freunde sind.“ Richard Bach
Ich bin halt so…da kann man nix machen?!?
Der Twittergemeinde ist es längst hinlänglich bekannt: Ich bin emotional. Meine Tweets sind emotional, meine Blogbeiträge (wenn ich denn mal welche schreibe) meist auch. Spitze Zungen behaupten gar, sie (und ich wohl auch) seien “weichgespült”.
Hier und da wird sogar moniert, ich hätte keine (politische/gesellschaftskritische) Meinung. Doch, doch, meine Damen und Herren – nur, weil ich sie nicht an jeder Ecke kund tue, heißt das noch lange nicht, dass ich keine habe.
Meine Lebensaufgabe ist es nur nicht, zu polarisieren, aufzumischen, anzuprangern und zu richten. Was ich von mir preis gebe (im Reallife, wie virtuell) entscheide immer noch ich! Ebenso, wie es im Übrigen in MEINER Verantwortung liegt, wem, ob und wann ich meine bissige, (sozial-)kritische Seite zeige!
Und bevor ich mich in Endlosdiskussionen mit selbsternannten “intellektuellen Weltverbesserern” und/oder sogenannten “Gutmenschen” verwickeln lasse, bleibe ich eben lieber so, wie ich bin. Weichgespült, emotional, musisch und “fühlig”.
Ich bin halt so. Da kann man nichts machen!!!
Meine beste Freundin
Ich schreibe heute etwas nieder, was mich schon wochenlang beschäftigt. Im besten Sinne beschäftigt. Es geht um das Thema “Freundschaft”. Ich bin ja ehr der Typ, der mit dem Wort “Freund” oder “Freundin” sehr bedächtig und vorsichtig umgeht. Wohl, weil ich der Meinung bin, echte Freunde hat und braucht es nur sehr wenige im Leben. Sicher, ich habe viele gute Bekannte, auch sehr, sehr lieb gewonnene Bekannte. Hier im Ort, aber auch überall in Deutschland bzw. in Deutschland und der Schweiz verstreut. Im Reallife ebenso, wie “virtuell”. Die richtigen, echten Freunde kann ich an einer Hand abzählen. In diesem Zusammenhang habe ich mich wochenlang gefragt, habe ich denn auch eine “beste Freundin”, einen “besten Freund”? Ja. Habe ich. Ich habe tatsächlich eine “beste Freundin”. Kennengelernt haben wir uns vor über zwei Jahren in einem Forum. Leider wohnen wir sehr weit voneinander weg (ca. 500km), haben beide Kinder, sind deshalb nicht so ganz spontan und mobil. Was wohl einer der Gründe ist, warum wir uns noch niemals “live” gesehen haben. Und trotzdem: Wir kennen unser beider Leben gegenseitig von ganz vielen Bildern. Und von Telefonaten, die – zusammengenommen – sicherlich Monate gedauert haben. Nächtelang. Tagelang. Intensiv, tiefgehend, freundschaftlich, verstehend. So viel wie sie weiß niemand von mir. Wirklich niemand. Und – und das kommt noch hinzu – unsere Freundschaft hat sogar (und ob der Tatsache, dass wir uns noch nie gesehen haben, ist das um so bezeichnender) einen ganz furchtbaren Streit überlebt. Einen Streit, den ich vom Zaun gebrochen habe. Wohl aus Eifersucht auf etwas, was ich nicht hatte. Und ich habe sie damit sehr verletzt, sie mehr oder weniger im Stich gelassen. Nach Wochen des gegenseitigen “Fertigmachens” herrschte deshalb fast ein Vierteljahr Funkstille. Weil wir beide traurig, enttäuscht, wütend und verletzt waren. Aber: Unsere Freundschaft hat gehalten, wir konnten wieder aufeinander zugehen. Etwas, was manchmal selbst wenn man sich “Face-to-Face” kennt, gar nicht so selbstverständlich ist. Und darauf bin ich sehr, sehr stolz. Und ich weiß: Wir haben das geschafft, also kann diese Verbindung nichts mehr so leicht erschüttern.
2011 – das haben wir uns fest vorgenommen, wollen wir uns endlich einmal treffen! Das ist längst überfällig, und macht diese Freundschaft sicher erst so richtig “komplett” ![]()
Sie ist immer für mich da, meine beste Freundin – genauso wie umgekehrt. Geben und Nehmen halten sich wunderbar die Waage, jede nimmt die jeweils andere ernst mit ihren Sorgen und Nöten. Aber auch Glück sollte geteilt werden und wird auch geteilt! So eine Freundschaft ist wirklich etwas ganz besonderes. Danke, Coco! ♥
Stille Nacht?!
Kennen Sie das: Sie wollen eigentlich nur schnell noch hektisch die letzten kleinen Weihnachtseinkäufe tätigen, und schon werden Sie berieselt? Berieselt mit nicht enden wollender, quäkender Weihnachtsmusik? Und zwar in jedem verdammten Geschäft, in jeden noch so kleinen Laden, den sie betreten? Und wie oft bekamen Sie dabei schon in der Vorweihnachtszeit “Stille Nacht” zu hören? Sagen Sie nichts. Oft. Vermutlich einmal zu oft.
Ich frage mich dann stets: Was zur Hölle soll das? Wer lässt zu, dass die “Königin der traditionellen Weihnachtsmusik” bis zum sprichwörtlichen Erbrechen, und ohne Nachzudenken oder nur mit der Wimper zu zucken heruntergenudelt wird? Wieder und wieder?
Am Heiligen Abend, in der Christmette, wenn in der Kirche nach dem letzten Lied alle Lichter ausgehen, und nur noch der Christbaum beleuchtet ist. Und wenn man dann gemeinsam, und vielleicht sogar (so wie bei mir) mit Tränchen in den Augen “Stille Nacht” singt, DANN , ja dann hat das Lied seine Berechtigung. Dann ist Weihnachten.
Höher, schneller – und noch weiter?!
Eine heute erhaltene E-Mail vom Chorleiter meines Sohnes hat mich nachdenklich gemacht. Dort wird darauf hingewiesen, dass man das diesjährige Weihnachtskonzert um einige Stücke kürzen müsse, da sich die Chormitglieder nicht genügend vorbereitet hätten. Man äußerte sich besorgt darüber, wie gestresst die Knaben seien. Sie seien “am Limit”, hätten äußerst glaubhaft begründet, warum sie sich nicht auch noch vernünftig auf die nun anstehenden, letzten Proben vorbereiten konnten.
Da stellt sich mir die Frage, wie so etwas passieren kann? Was muss geschehen, damit bereits unsere Kinder “am Limit” sind? Reicht es denn nicht aus, dass von uns Erwachsenen “Leistung bis zum Umfallen” gefordert, teilweise sogar erzwungen wird? Woran liegt es, dass unsere Kinder (von schulischen Verpflichtungen wie Hausaufgaben und Lernen einmal ganz abgesehen) von einem Termin zum anderen hetzen müssen? Einmal pro Woche Fußballtraining, zweimal pro Woche Chorprobe, danach noch schnell zum Klavierunterricht? Und jeder Trainer, jeder Lehrer verlangt in seiner Disziplin wenn nicht Höchstleistungen, dann zumindest eine passable (Mit-)Arbeit? Liegt das “nur” an unserer heutigen Gesellschaft, unserer schnelllebigen Zeit? Oder tragen so manche Eltern bzw. Elternteile mehr dazu bei, als man auf den ersten Blick vermuten würde? “Wenn Du das heutige Tempo nicht mitgehst, hast Du keine Chance.”, bekam ich mal von einem Vater zu hören. Nur: Gilt das auch und gerade für unsere Kinder? Sollten Sie denn nicht eines ohne Scham und ohne Konsequenzen tun dürfen, nämlich ihre Kindheit genießen? Und: Machen sich so manche Eltern nicht etwas vor, wenn sie behaupten, man könne ja gar nicht mehr anders, als sein Kind mit Terminen, Freizeitaktivitäten und Hobbies förmlich zu bombardieren? Kann man wirklich nicht? Doch! Man kann. Indem man seinem Kind zuhört zum Beispiel. Aktiv zuhört. Wirklich erfahren möchte, was es will, und was nicht. Seine Kinder genau beobachtet, ernstere Anzeichen von Stress erkennt, und dann die Konsequenzen daraus zieht. Unter Einbezug des Kindes – oder, wenn es nicht anders geht, als autonome Elternentscheidung. Vielen Eltern gelingt das. Einigen wiederum aber auch nicht. Diese letztgenannten Eltern bzw. Elternteile möchte ich eigentlich gerne schütteln, wachrütteln, sie mit der Nase auf das Offensichtliche stoßen: Sie wollen um jeden Preis, dass ihre Kinder das nachholen, was sie selbst in ihrer Kinder- und Jugendzeit versäumt haben. Aus den unterschiedlichsten Gründen versäumt haben. Und ich wünsche diesen Eltern, dass sie bald aufwachen mögen – wieder ihr Kind wahrnehmen, und nicht die eigenen, verpatzten und verpassten Chancen. Eines nämlich dürfen wir als Eltern auf gar keinen Fall: Uns in unseren Kindern im Nachhinein selbst verwirklichen wollen!
Ich kam, sah – und liebte.. Erster Teil
Heute vor genau einem Jahr habe ich ihn zum ersten Mal gesehen: “Meinen” See in “meinem” Luzern. Wieso und warum das so war, dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Heute jedenfalls bin ich einfach nur traurig. Traurig, dass sich Hoffnungen nicht erfüllt haben, Gefühle nicht erwidert wurden und Sehnsüchte nicht gestillt wurden. Und traurig deshalb, weil man manchmal einfach lernen muss, dass das Leben kein “Disneyland” ist. 
