Gebt den Kindern ihren Platz

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Eine sehr liebe Bekannte von mir hat – mit viel Mühe und Liebe zum Detail – einen Tag als “Zukunftswerkstatt” deklariert. Kinder konnten dort Ideen entwickeln, um ihre Stadt für sich attraktiver zu gestalten. Ich fand die Idee zu diesem Projekt total schön, konnten die Kids sich doch sinnvoll einbringen, Kreativität an den Tag legen und etwas tun, was nicht mit PC, TV oder Spielekonsolen zu tun hat. Nicht falsch verstehen: Ich bin im Prinzip nicht gegen PC & Co – sie gehören einfach in unsere Zeit und unsere Kinder lernen ganz selbstverständlich den Umgang damit. Es kommt immer stark darauf an, wie exzessiv diese “neuzeitlichen Hobbies” von Kindern betrieben werden. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Zurück zur “Zukunftswerkstatt”: Im Nachgang hat meine Bekannte ihre Gedanken zum Ablauf dieses Tages niedergeschrieben. Die Kids seien hoch motiviert, und mit großem Eifer ans Werk gegangen, sie haben Fotos gemacht, Pläne gezeichnet, Ideen aufgeschrieben, diskutiert, strukturiert, geplant. Am Abend dann stand eine Abschlussbesprechung mit Entscheidungsträgern der Stadt auf dem Programm. Und wieder einmal zeigte sich deutlich, dass (manche) Erwachsene sich nicht (mehr) in Kinder hineinversetzen können, die Kids wurden einfach nicht mit dem nötigen Ernst behandelt; viele gute Ideen mit einer lässigen Handbewegung fortgewischt, und man konnte als Leser eben dieser Gedanken von meiner Bekannten den Eindruck gewinnen, die Kinder wurden schlichtweg ein wenig belächelt.
So etwas macht mich einfach wütend! Ich bin mir nicht sicher, ob Kindererziehung nach dem “Montessori”-Modell, oder streng nach “Waldorf-Pädagogik” unbedingt uneingeschränkt Sinn macht, aber eines weiß ich: Kinder sollen und müssen ernst genommen werden!!! Und damit meine ich nicht, dass man sie zu kleinen Erwachsenen mit allen Rechten und Pflichten machen soll. NEIN! Aber sie wichtig, ernst nehmen. Mit all Ihren (kleinen und großen) Sorgen und Problemen, aber auch Auge und Ohr haben für die (meist frischen und gar nicht so selten wirklich sinnvollen) Ideen, Wünsche, Anliegen!!
Wer Kindern genau zuhört und genau hinsieht, wenn er mit ihnen umgeht, kann verdammt viel von ihnen lernen. Sie haben noch viele Eigenschaften in sich vereint, die uns längst verloren gegangen sind. Staunen, Ausprobieren, vorurteilsfrei durchs Leben gehen, etc.pp.
Und nein: Ich male mir das “Kinderbild” jetzt NICHT schön! So IST es einfach. Man muss nur genau hinschauen!
Warum aber tun das so wenige Erwachsene? Haben wir nicht alle einmal genau so angefangen? Wer kann schon von sich selbst behaupten, er sei bereits als Erwachsener auf die Welt gekommen? Niemand. Auch, wenn manche von uns das gerne hätten, ihre eigene Kindheit ganz gerne mal verdrängen…
Schon wer bei den alltäglichen Sorgen seiner Kids nicht mehr richtig zuhört, Probleme des Nachwuchses als “nicht so schlimm” abtut, handelt in meinen Augen zumindest fahrlässig.
Schenken wir (unseren) Kindern doch bitte die Aufmerksamkeit, die sie verdient haben! Es lohnt sich!

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Eine Antwort »

  1. Ergänzen kann ich dazu noch, dass wir Großen uns ganz viel wegnehmen, wenn wir den Kleinen nicht zuhören. Zwar haben wir die Fähigkeit, besser in die Zukunft hineinschauen zu können, doch ist das noch lange nicht mit Weisheit gleich zu setzen. Die Kinder geben uns neue Impulse und den Blick über den Tellerrand. Im Verweben unserer Lebenserkenntniss und ihrer (manchmal wilden) Ideen kann Neues und Zukunftsträchtiges entstehen. Jedoch brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir mit schnellem Aburteilen bei der Hand sind – dann werden sie das Interesse am Gestalten verlieren und sich damit einrichten, dass andere ihr Leben für sie übernehmen. Wie traurig ist das denn. Statt dessen sollten wir sie ermutigen, mitzudenken, mitzugestalten, mitzuüberlegen, sie mit einbeziehen in Entscheidungsprozesse, mit ihnen auszuhalten, wenn sich einzelne Dinge doch nicht umsetzen lassen – und uns mit ihnen freuen, wenn etwas gelungen ist. Das stärkt nicht nur sie, sondern uns alle und die Gemeinschaft.

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